«Wir fordern nur etwas Respekt»

Bern

Gut 100 Personen versammelten sich am frühen Donnerstagabend vor dem Büro von Justiz- und Polizeidirektor Hans-Jürg Käser um gegen die Zustände im «Asylbunker» Hochfeld zu demonstrieren.

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Zum wiederholten Mal wurde am Donnerstagabend gegen die Situation der Bewohner des Asylzentrums Hochfeld demonstriert. An der Kundgebung vor dem Gebäude an der Kramgasse 20, dem Arbeitsplatz des Berner Justiz- und Polizeidirektors Hans-Jürg Käser, nahmen etwa 100 Personen teil. Zur Demonstration aufgerufen hatten mehrere Organisationen.

Die Teilnehmer unterstrichen ihre Wünsche und Forderungen lautstark mit Trommeln und Pfannendeckeln. Besonders bemängelt wurden die schlechte medizinische Versorgung im «Asylbunker» und dass die Bewohner wie Ratten gehalten würden. Zu Wort kamen auch mehrere Bewohner des Asylzentrums. Sie beschrieben die Zustände in ihrer Unterkunft, machten darauf aufmerksam, dass sie keine Gefangenen sind und forderten «nur ein bisschen Respekt.» Zudem wurde Hans-Jürg Käser wegen seiner Asylpolitik zum Rücktritt aufgefordert.

Erneut kritisiert wurde auch die Firma ORS AG, die sich auf die Betreuung und Unterbringung von Asylsuchenden spezialisiert hat und die das Zentrum Hochfeld betreut. Es könne nicht sein, dass auf dem Buckel der Asylbewerber Profit gemacht werde.

ORS wies Vorwurf des Gewinns zurück

In einem Communiqué von Anfang Mai hatte die ORS Service AG die Vorwürfe bereits einmal zurückgewiesen. An Asylsuchenden werde kein Gewinn erzielt und ebenso wenig mit «Einsparungen bei Leistungen oder Löhnen». Erträge erziele ORS nur durch effektives, hoch professionalisiertes Kostencontrolling sowie optimierte Abläufe und effiziente Administration.

Im Berner Asylzentrum Hochfeld hausen derzeit bis zu 160 Menschen aus aller Welt. Während der Kundgebung am Donnerstag wurden Unterschriften für eine Motion gesammelt, die unter anderem die Schliessung des «Hochfeldbunkers» fordert.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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