«Wir erwarten eine Gegenleistung»

Lyss

Die Gemeinde stehe hinter dem Bundesasylzentrum, sagt Gemeindepräsident Andreas Hegg (FDP). Aber nach 18 Jahren Aufwand erwarte Lyss nun vom Kanton eine Entschädigung.

Will eine Entschädigung: Der Lysser Gemeindepräsident Andreas Hegg (FDP).

(Bild: Nicole Philipp)

Andreas Hegg blickt der Eröffnung des neuen Bundesasylzentrums in Lyss mit gemischten Gefühlen entgegen. «Wir stehen klar zum Betrieb des Bundesasylzentrums an der Grenzstrasse und wollen unseren Teil zu den Asylaufgaben tragen», sagt er. Demgegenüber brauche es noch «Feinjustierungen»: Diverse Fragen seien noch nicht geklärt, sagt der ­Gemeindepräsident.

Zum Beispiel jene der Sicherheit. «Wir hatten zwar in den letzten Jahren kaum mehr Probleme mit den Asylsuchenden in Lyss», sagt Andreas Hegg. «Aber wir wissen nicht, welche Stimmung im neuen Zentrum herrschen wird und wie viele Einsätze die Kantonspolizei leisten wird.» So stelle sich ihm die Frage, ob es allenfalls zusätzliche Ressourcen bei der Kantonspolizei brauche.

Viel Aufwand

Bei Hegg gibt es in der ganzen Sache einen grossen wunden Punkt: Die Gemeinde Lyss stellt sich seit 18 Jahren als Standort für das Asylzentrum zur Verfügung.

«Es ist viel Verantwortung, viel Aufwand, viel Arbeit, und das Image von Lyss hat zum Teil gelitten», sagt der Gemeindepräsident. Und zurück komme seit fast 20 Jahren nichts: kein Merci, kein Entgegenkommen, keine Entschädigungen für die geleisteten Aufwendungen der Gemeinde. Das soll sich nun ändern. «Ich erwarte vom Kanton für die Last, die wir ­tragen werden, eine Gegen­leistung.»

Bereits haben sich Lyss, Kanton und Bund an den runden Tisch gesetzt, um offene Fragen zu diskutieren. «Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen», sagt Hegg.

Kein zweites Zentrum

Grundsätzlich sei in den letzten Jahren die Kommunikation des Kantons mit der Gemeinde Lyss schlecht gewesen, erklärt Hegg. «Zum Teil habe ich News aus den Medien erfahren, zum Teil von Lysser Bürgern. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich das in Zukunft ändern wird.»

Eine der drängendsten offenen Fragen in Lyss ist jene des geplanten zweiten Zentrums auf dem Kasernenareal. «Für uns ist klar, dass wir uns gegen ein zweites Bundesasylzentrum weiterhin vehement wehren werden.» Für diesen Kampf hat der Regierungsrat der Gemeinde Lyss seine Unterstützung zugesagt.

Der Standort Zeughausareal befinde sich nach wie vor auf dem provisorischen Sachplan, so Hegg, dagegen könne sich die Gemeinde juristisch nicht wehren. «Ich weiss nur, dass auch Verhandlungen mit anderen Gemeinden geführt werden, und hoffe, dass die Sache für Lyss bald erledigt ist.»

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