Wieder Kultur im alten Saal

Wabern

Kulturelle Anlässe und ein Restaurant: In die Brauereiwirtschaft in Wabern kehrt neues Leben ein. «Heitere Fahne» nennt das verantwortliche Kollektiv sein Projekt.

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Lucia Probst

Völlig verwaist steht die alte Brauereiwirtschaft am Fusse der Gurtenbahn seit rund einem Jahr da. Diese Zeiten sind vorbei: Ab Freitag ist das Restaurant in Wabern wieder belebt. Es gibt Konzerte, Theater und andere Kulturanlässe. Zudem wird der Gastrobetrieb teilweise wieder aufgenommen.

Rund 40 Freiwillige und zahlreiche Helferinnen und Helfer des Kollektivs Freiraum wollen für dieses neue Leben sorgen. Das Kollektiv organisiert in Bern bereits seit fünf Jahren das Musikfestival «Säbeli Bum», das Behinderte und nicht Behinderte zusammenbringt. Ebenso soll die «Heitere Fahne» – so der neue Name für die Brauereiwirtschaft – ein Begegnungsort sein, der möglichst niemanden ausschliesst. Konsum und Kommerz stehen für das Kollektiv dabei im Hintergrund.

Jeweils von Dienstag bis Donnerstag sowie an einem Wochenende pro Monat wird der Kulturort – geöffnet sein. Dies vorerst für sechs Monate, wie Felicia Kreiselmaier vom Kollektiv Freiraum erklärt. «Das ist für uns eine Testphase.» Wer sich in der «Heitere Fahne» engagiert, tut dies ehrenamtlich.

Auch am alten, denkmalgeschützten Saal, der zum Restaurant gehört, hat das Kollektiv bereits gearbeitet. «Wir haben ausgemistet, kleinere Reparaturen vorgenommen und kräftig durchgeputzt», sagt Kreiselmaier. Mit Einzelbewilligungen lasse sich der Saal vorerst wieder nutzen. Er hat viel Charme, doch Anlässe waren in dem maroden Saal seit längerer Zeit verboten.

Besitzer sind offen

Die Brauereiwirtschaft in Wabern gehört seit Juni 2010 der Intra Immo Invest AG. Deren Verwaltungsratspräsident Oliver Maibach erklärte vor rund einem Jahr, man wolle in einer Arbeitsgruppe mit Gemeinde und Denkmalpflege neue Ideen für das Areal entwickeln. Dabei denke man noch in alle Richtungen. Ein Teil der Brauereiwirtschaft werde wohl zu Wohnraum oder vielleicht auch zu Büros.

Er sei «begeistert» von den Ideen der Freiraum-Leute, sagt Maibach heute und fügt an: «Soweit deren Projekt erfolgreich ist, ist eine langfristige Nutzung der Liegenschaft durch Freiraum nicht ausgeschlossen.» Was eine andere Nutzung des Areals angehe, gebe es «noch keine Neuigkeiten».

Verläuft die Testphase gut, hat auch das Freiraum-Kollektiv Interesse, aus dem Projekt mehr als eine befristete Nutzung zu machen. Ideen gibt es schon viele: «Wir können uns vorstellen, die Liegenschaft kontinuierlich instand zu stellen und den Gastronomiebetrieb auf weitere Tage auszuweiten», sagt Katja Donadonibus, die sich vor allem um den Gastrobereich kümmert.

Eine eigene Theatergruppe, geschlossene Anlässe wie Weihnachtsessen oder Hochzeiten sowie die Vermietung der Räume an Externe sollen weitere Standbeine sein.

Ein «Farbtupfer»

Freude am neuen Kultur- und Begegnungsort hat auch der Wabernleist. «Das gibt einen neuen Farbtupfer», sagt dessen Präsident Herbert Hügli. «Alles, was das Leben in Wabern bunter macht, ist positiv.» Ins Projekt involviert ist der Leist aber nicht.

Berner Zeitung

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