Wie ein Phönix aus der Asche

Lanzenhäusern

Nach einem Totalbrand ist die Schreinerei Rothen neu aufgebaut: grösser und mit modernsten Maschinen versehen. Am Samstag laden Rothens zum Tag der offenen Tür ein.

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Den 11. Februar 2015 werden Vater Hansueli und Sohn Christoph Rothen nie vergessen, diese Nacht, in der ein Nachbar die Feuerwehr anrief und sagte: «Die Schreinerei brennt!»

Das Feuer wütete in einem Höllentempo, fand immer neue Nahrung und vernichtete restlos alles. Als die Rettungskräfte eintrafen, konnten sie gerade noch das Aussen­lager und das kleine Chalet neben der Werkstatt schützen, das Elternhaus von Hansueli Rothen.

Letzteres will er nach dem Wiederaufbau der Werkstatt nun sanieren und vermieten. «Es ist gut, wenn jemand hier wohnt», findet er. Allerdings ist der Betrieb ­heute viel besser überwacht als früher: mit Brandmeldern und Überwachungskameras.

Wer jetzt gegen den Weiler Höhlen fährt, sieht das zartgrüne Gewerbehaus schon von weitem. Es ist modern und fügt sich harmonisch in die Landschaft ein. Gut ein Jahr nach dem Brand war Aufrichte. «Seit August 2016 produzieren wir bereits wieder hier», sagt Hansueli Rothen.

Der 65-Jährige ist noch für den Verkauf verantwortlich, dazu kümmert er sich um die Kunden. Sohn Christoph ist Geschäftsführer. «Auf den Tag genau zwei Jahre nach dem Brand konnte ich hier mein Büro beziehen», sagt der 34-Jährige. Dass er die Firma übernimmt, war für den Vater Antrieb, den Wiederaufbau schon am Tag nach dem Brand anzupacken. Das sei auch wichtig gewesen, um das Abwandern von Kunden zu verhindern.

Viel Unterstützung

Die Familie Rothen und ihre sechzehn Angestellten erlebten nach dem Brand Glück im Unglück. «Wir erfuhren viel Unterstützung, moralisch, mit Material und in Form von provisorischen Arbeitsplätzen, damit wir die laufenden Aufträge ausführen konnten», erklärt Christoph Rothen.

Sein Vater lobt Behörden und Versicherungen, die sich kooperativ zeigten. Dank tatkräftiger Hilfe konnte der Betrieb fast lückenlos weitergeführt werden. Bis zum Einzug in die neuen Räumlichkeiten befand sich die Schreinerei Rothen in einem Provisorium in Schwarzenburg.

Kerngeschäft des Betriebs sind Türen, Schränke, Einrichtungen und Holzverpackungen für Maschinenteile. Das Holz für diese Verpackungen muss auf 60 Grad erhitzt werden, um Holzwürmer, Insekten und Bakterien abzutöten. «Für dieses Produkt sind wir zertifiziert», sagt Christoph Ro­then.

Angefertigt werden auch Spezialteile für Seilbahn- und Liftkabinen. So entstanden einige der Böden von Liften im Eiffelturm in Rothens Werkstatt. Holzabfälle verwertet die Schreinerei in ihrer eigenen Heizzentrale.

Mehr Kapazitäten

Das neue Gebäude umfasst rund 30 Prozent mehr Fläche als das alte. Mehr Platz bedeutet aber auch, dass eine grössere Produktion möglich ist. Mehr Kunden und zusätzliche Aufträge würden der Firma ermöglichen, ihre Investitionen zu amortisieren, glauben die beiden Männer.

Denn Mehrkosten verursachte nicht nur das grössere Gebäude, sondern auch neue Technologien und Einrichtungen, die in einem modernen Betrieb heute zwingend vorhanden sein müssen. Dies sind etwa feuerfeste Wände, Filter-, Lufterneuerungs- und Sprinkleranlagen. Letztere hätten am 11. Februar eine Feuer­katastrophe verhindert.

Obschon das Wüten des Feuerteufels in den Köpfen von Vater und Sohn Rothen heute noch präsent ist, kann man sich den Brand beim Anblick des neuen Gebäudes schwer vorstellen. Und jetzt wird gefeiert: Morgen Samstag lädt die Schreinerei Rothen AG die Bevölkerung zu einem Tag der offenen Tür ein.

Tag der offenen Tür.Samstag, 13. Mai, von 10 bis 16 Uhr. Schreinerei Rothen, Höhlen, Lanzenhäusern.

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