Wie der Vater, so der Sohn

Köniz

Der 44-jährige Bernhard Zaugg (EVP) präsidiert neu das Parlament. In der Politik müsse man auch miteinander lachen können, findet er. Vor 32 Jahren hatte sein Vater das Amt inne.

Als neuer Parlamentspräsident tritt Bernhard Zaugg (EVP) in die Fussstapfen seines Vaters Herbert Zaugg. Dieser stand dem Parlament 1983 vor und liess sich gestern die Wahl seines Sohnes im Rossstall nicht entgehen.

Als neuer Parlamentspräsident tritt Bernhard Zaugg (EVP) in die Fussstapfen seines Vaters Herbert Zaugg. Dieser stand dem Parlament 1983 vor und liess sich gestern die Wahl seines Sohnes im Rossstall nicht entgehen.

(Bild: Iris Andermatt)

Lucia Probst

Bernhard Zaugg, Sie arbeiten bei einem Unternehmen, das Ärztezentren aufbaut. Macht Ihnen etwas Bauchweh, wenn Sie an Ihr neues Amt als Parlamentspräsident denken?Bernhard Zaugg: Ein wenig Bauchweh machen mir die ganzen Abläufe. Man kann zwar routiniert planen, doch es gibt immer wieder Nichtvorhersehbares. Zum Beispiel, wenn sich ein Geschäft kompliziert entwickelt und sich plötzlich Unsicherheiten zum Abstimmungsverfahren anbahnen. Dass ich nun derjenige bin, der dann entscheiden muss, ist eine völlig neue Rolle. Ich denke, das könnte mich jeweils schon etwas unruhig machen.

Worauf freuen Sie sich? Worauf freue ich mich? Ich glaube darauf, dass ich etwas mitbestimmen und führen kann. Rein fachlich ist es der tiefere Einblick in die Gemeindepolitik.

Sie spielen Tennis und sind früher viel Ski gefahren. Was nehmen Sie aus dem Sport mit an Ihr Rednerpult im Parlament? Es ist erst fertig, wenn der letzte Ball gespielt ist. Und es braucht Ausdauer. Das gilt für einen Tennismatch ebenso wie für die Politik. Im Tennis stehen sich klare Gegner gegenüber. In der Politik kann man sich zwar Wortgefechte liefern, ich finde es aber sehr wichtig, dass man am Schluss auch wieder miteinander lachen kann. Das ist bei uns zum Glück ja auch so.

Als EVPler sind Sie ein Mann der Mitte. In welcher politischen Frage gilt es in Köniz dieses Jahr am meisten zu vermitteln? Ich glaube, in der ganzen ÖV-Frage haben wir immer noch recht grosse Gräben. Da müssen wir nach dem Nein zum Tram irgendeine Lösung finden. Auch die Frage, wie viele Schulden für die Gemeinde noch gesund sind, dürfte uns beschäftigen. Wir in der Mitte haben dabei eine spannende Rolle – oft können wir bei Entscheiden das Zünglein an der Waage spielen.

Sie treten in die Fussstapfen Ihres Vaters, der 1983 das Parlament präsidierte. Er war dann von 1990 bis 2003 für die EVP Gemeinderat. Ist das auch Ihr Ziel? Im Moment ganz und gar nicht. Es müsste noch einiges passieren, dass ich für die nächsten Gemeinderatswahlen kandidieren würde. Aber sag niemals Nie.

Hat Ihr Vater Ihnen einen Tipp fürs Präsidialjahr gegeben? Bis jetzt noch nicht. Wir haben noch wenig darüber gesprochen. Aber das kommt sicher noch.

Zum ersten Vizepräsidenten wählte das Könizer Parlament gestern Abend Markus Willi (SP). Zweiter Vizepräsident ist neu Andreas Lanz (BDP).

Berner Zeitung

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