Murten

Wenn der Abfall stinkt und stört

Murten Alle produzieren Abfall, aber niemand will ihn in der Nähe haben – auch wegen der Gerüche. Im Murtner Löwenberg roch es vor allem im Sommer unan­genehm. Die Firma Haldimann sucht nun nach Lösungen.

Verfaulendes Obst und Gemüse verbreitete im Murtener Löwenberg-Quartier einen unangenehmen Geruch.

Verfaulendes Obst und Gemüse verbreitete im Murtener Löwenberg-Quartier einen unangenehmen Geruch. Bild: Fotolia

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Je nach Wetterlage liegt im Murtner Quartier Löwenberg ein unangenehmer Geruch in der Luft. Besonders an heissen Sommer­tagen störte dies Unternehmen, die in der Gewerbezone ansässig sind. Der Geruch entsteht bei der Trennung und Entsorgung von verpackten Gemüsen und Früchten durch das Entsorgungsunternehmen Haldimann AG: «Es ist ein aggressiver Geruch, das ist uns auch nicht recht», bestätigt Geschäftsführer Christian Haldimann.

Erste Massnahmen habe er bereits getroffen. Nun sei er daran, weitere Verbesserungen zu erarbeiten. Haldimann betont, er habe sowohl die Gemeinde Murten als auch den Kanton über den neuen Entsorgungsprozess informiert, den sein Unternehmen zu Beginn dieses Jahres eingeführt hat und der die Ursache für den beanstandeten Gestank ist.

Zuvor hatte die Gemeinde wegen der Geruchsemissionen ein Reklamationsschreiben von einer einzelnen Partei erhalten, wie der Stadtschreiber von Murten, Bruno Bandi, bestätigt. «Die Parteien haben voneinander Kenntnis und sind zusammengesessen.» Zuerst müssten die Situation und der Grund für die Geruchsemissionen abgeklärt werden, so Bandi. «Die Gemeinde begleitet den Prozess wenn nötig.»

Zuständig für die Überwachung von Entsorgungsprozessen ist die kantonale Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion (RUBD). Diese kennt die Situation im Murtner Löwenberg: «Zwei Mitarbeiter waren vor­letzte Woche vor Ort», informiert Corinne Rebetez, Kommunikationsverantwortliche der RUBD. Massnahmen für eine Verbesserung seien im Gang.

Verfaultes Obst und Gemüse

Der Ursprung des Gestanks: Die Firma nimmt verpackte Gemüse und Früchte, deren Konsumationsfrist abgelaufen ist, von Industriebetrieben zur Entsorgung entgegen. Das Entpacken geschieht laut Haldimann maschinell in einem geschlossenen Prozess mit dem Ziel, so wenig Geruchsemissionen wie möglich entstehen zu lassen.

Die so vom Verpackungsmaterial getrennte Biomasse werde zwischengelagert, «bis sie raschmöglichst an einen weiterverarbeitenden Betrieb abtransportiert wird». Die dabei frei werdenden Gerüche werden laut Haldimann zwar weitgehend über einen Biofilter aufgefangen und neutralisiert. «Trotzdem kann technisch bedingt leider nicht ganz ausgeschlossen werden, dass störende Gerüche entweichen.»

Haldimann braucht die Grünabfälle: «An unserem zweiten Standort in Galmiz haben wir einen Energiepark geplant, damit wir die Biomasse in erneuerbare Energie verwandeln können.» Er rechne damit, dass die Firma rein aus diesem Prozess Strom für rund viertausend Personen liefern könne. Das Vorgesuch dafür liege seit Februar beim Kanton. «Leider hat uns die RUBD mitgeteilt, dass wir erst nächstes Jahr eine Antwort erhalten werden», sagt Christian Haldimann. Sei die Direktion einverstanden, folgten Umzonung und Baugesuch. «Das dauert aber sicher noch etwa drei Jahre», befürchtet Haldimann.

Und dennoch hofft er auf rasche Entscheidungen des Kantons. «Entsorgungsunternehmen sollten ja nirgends sein», so Haldimann nüchtern. «Abfall ist am Schluss der Kette.» (etm/FN)

Erstellt: 14.10.2016, 08:32 Uhr

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