Weltpremiere im Zirkus Knie

Bern

Am Freitagabend feiert der Zirkus Knie auf der Grossen Allmend eine Premiere. Neu stehen nicht nur Mensch und Tier in der Manege – sondern auch Drohnen werden umherschwirren.

Chris Rui Knie holte die bunten Drohnen ins Zirkuszelt.

Chris Rui Knie holte die bunten Drohnen ins Zirkuszelt.

(Bild: Knie)

Sheila Matti

Franco Knie junior steht in der Manege des Zirkuszelts. Nicht in glitzerndem Anzug, wie man ihn sonst als Zuschauer wahrnimmt, sondern in grauem T-Shirt und Kakishorts. Sein Blick ist auf die Decke des Zeltes gerichtet, wo ­gerade ein Techniker damit beschäftigt ist, eine Antenne zu positionieren. Diese ist nicht etwa ein Bestandteil der Licht- oder Tontechnik, sondern gehört zu Franco Knie juniors neuster Zirkusnummer: Mithilfe von insgesamt 20 Ortungssensoren lässt er dieses Jahr einen Schwarm Showdrohnen über die Manege hinwegfliegen.

Surren die Flugkörper nicht gerade durch die Manege, wirkten sie eher unscheinbar, verrät Franco Knie. «Die Drohnen sind nur etwa handgross und wiegen kaum mehr als eine Scheibe Brot.» Erst durch die Hilfe von LED-Lichtern und einem aus­geklügelten Computerprogramm werde aus den mit Propellern bestückten Geräten eine würdige Showeinlage. Dabei handle es sich zudem um eine Weltpre­miere. «Noch kein anderer Zir­kus ­integrierte einen autonomen Drohnenschwarm in seine Vorstellung.»

Mensch und Tier bleiben

Entwickelt wurden die Showdrohnen von der Schweizer Firma Verity Studios. Diese präsentiert ihre Drohnen unter anderem auch im Internet, auf einem Youtube-Channel. So wurde auch Franco Knie juniors Sohn, Chris Rui, auf die Drohnen aufmerksam und holte sie schliesslich ins Zirkuszelt.

Die elektronischen Flugkörper funktionieren automatisch: Das Computerprogramm sagt ihnen genau, wann sie wohin fliegen müssen und welche Farbe sie dabei annehmen sollen, eine Fernsteuerung braucht es nicht. Ersetzt die Technik also den Artisten? «Sicher nicht», meint Franco Knie junior. Er und seine Familie würden immer noch eine wichtige Rolle in der Nummer einnehmen: «Mein Sohn begleitet den Drohnenflug musikalisch auf dem Klavier, und ich und meine Frau werden währenddessen eine Choreografie aufführen.»

Auch dürfe man jetzt auf keinen allgemeinen Trend schliessen, betont der Technische Zirkusdirektor: «Nur weil wir dieses Jahr auf Drohnen setzen, müssen die Zuschauer keine Angst haben, dass etwa die Pferde aus der Manege verschwinden.» Und auch Artisten wird man in Zukunft an Seil oder Trapez durch das Zirkuszelt fliegen sehen. Deren Flugbahn überschneidet sich übrigens mit der Position der Antennen. Damit es nicht zu einer Kollision kommt, werden deshalb die Drohnenvorrichtungen während der Pause neu positioniert – und anschliessend wieder umplatziert.

Bis zum 22. August bleibt der Zirkus Knie in Bern. Alle Infos und Daten finden Sie auf www.knie.ch.

Berner Zeitung

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