Weltmeisterliche Demonstration

Ghirmay Gebreslassie präsentiert sich am Grand Prix von Bern in hervorragender Verfassung. Nach zwölf Kilometer langem Sololauf lässt sich der Eritreer als Sieger feiern.

  • loading indicator

Souveräner lässt sich der Grand Prix von Bern nicht gewinnen. Ghirmay Ghebreslassie feierte bei seinem ersten Auftritt in der Bundesstadt einen Start-Ziel-Sieg; bereits bei Kilometer 4 hatte der letzten Begleiter Simon Tesfay abreissen lassen müssen.

Am Rekord geschnuppert

Der Marathonweltmeister aus Eritrea schaute permanent auf die Uhr, bewältigte die ersten 10 Kilometer in schier unglaublichen 28:35 Minuten. Lange sah es danach aus, als könnte er den aus dem Frühling 2004 stammenden Streckenrekord seines Landsmanns Zersenay Tadesse (46:04,9 Minuten) unterbieten.

Auf dem letzten Drittel des Kurses jedoch liess der 20-Jährige aus Asmara nach. Seine Zeit von 47:00,9 – erzielt auf nasser Strasse, was im Fall des Kopfsteinpflasters ein erhebliches Handicap darstellt – darf sich sehen lassen. Zum Vergleich: Der grosse, fast gleichnamige Äthiopier Haile Gebrselassie war vor drei Jahren eine Sekunde schneller gelaufen.

Unmittelbar nach dem Überqueren der Ziellinie wurde der Gewinner von rund 30 euphorisierten Landsleuten gefeiert. Die Eritreer waren über die Abschrankungen geklettert. Sie tanzten um ihren Helden herum, hoben ihn hoch.

Abrahahm Fünfter

Wäre Ghebreslassies Vorsprung nicht derart gross gewesen, hätte es gefährlich werden können, weil sich der Pulk im Einlaufbereich gebildet hatte und sich von den Sicherheitskräften schwerlich bewegen liess. Vorjahressieger Tadesse Abraham – der Schweizer Marathon-Rekordhalter war leicht erkältet angetreten – beendete das Rennen mit 2.20 Minuten Rückstand als Fünfter.

Bei den Frauen reüssierte Charity Kiprop, die Kenianerin verwies die für die LV Langenthal startende Solothurnerin Martina Strähl auf Rang 2. Weniger erfreulich verlief das Rennen für die als Mitfavoritin angetretene Bernerin Maja Neuenschwander. Die 36-Jährige litt an Magenbeschwerden und musste mit Platz 7 vorlieb nehmen.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt