Bern

Warten auf das Konzept für den Loryplatz

BernTrotz Wohnüberbauungen geht das Lädelisterben rund um den Loryplatz in Bern weiter. Und das Nutzungskonzept der Stadt lässt auf sich warten.

Der Loryplatz in Bern: Die neue Tramhaltestelle hat den Platz zwar aufgewertet, die Läden rundherum leiden dennoch.

Der Loryplatz in Bern: Die neue Tramhaltestelle hat den Platz zwar aufgewertet, die Läden rundherum leiden dennoch. Bild: Stefan Anderegg

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Brunnmatt-Ost ist eines der grössten Wohnbauprojekte in Bern (siehe Haupttext). In unmittelbarer Nähe des Loryplatzes entstehen in nächster Zeit weitere Wohnungen, etwa auf dem Areal Mutachstrasse mit Platz für 220 Menschen. Rund um den Loryplatz, der aufgrund der Verkehrsströme eine Zentrumsfunktion hat, geht das Lädelisterben hingegen weiter.

Im März 2009 schloss die Migroshier ihre Filiale, eröffnete aber fast gleichzeitig bei der Fischermätteli-Endstation eine Voi-Filiale. Im Frühjahr 2011 verkaufte die Migros den Laden an die Immobilienfirma Intercity. Vor wenigen Wochen schloss am Loryplatz der Rosenkavalier. Der im Sommer 2010 neu lancierte Märit hat Standbetreiber wie den Metzger und den Käser bereits wieder verloren. Das Sportgeschäft Ruedi Sport verkleinert seine Fläche. Und die Schloss-Apotheke muss ihre Kunden auf Plakaten informieren, dass sie «trotz oft geäusserter Befürchtung» nicht schliesse.

Seit langem kämpfen Politiker und Anwohner für einen attraktiveren Loryplatz. 2010 hiess der Stadtrat eine interfraktionelle Motion «Loryplatz beleben!» von Manuel C.Widmer (GFL) und Ruedi Keller (SP) gut, die ein Konzept für die Belebung forderte. Im Dezember 2011 sprach der Gemeinderat 140'000 Franken für ein Nutzungskonzept. Er hielt damals fest, dass der Platz «nach der Migros-Schliessung eine wesentliche Zentrumsfunktion verloren hat.» Wann dieses auf Sommer 2012 versprochene Konzept vom Gemeinderat verabschiedet wird, ist laut städtischem Infodienst «noch offen».

Für einen belebteren Platz engagiert sich nebst den Quartiervereinen vor allem die IG Loryplatz. Ihr gehören unter anderem «Fünf Freunde»-Bauherr Hansmartin Merz, Vertreter des Schloss Holligen und des Inselspitals an. «Wir begrüssen ein Konzept. Es sollte aber konkrete Absichten enthalten», sagt Urs Emch, Präsident des Quartiervereins Holligen-Fischermätteli und IG-Vorstandsmiglied.

Die Quartiervertreter haben ihre Vorstellungen für eine Aufwertung des Platzes formuliert: Aufhebung des Bypasses zwischen Köniz- und Schlossstrasse. Damit könnte die Dreiecksfläche vergrössert werden, es entstünde Platz für ein Sommercafe oder einen Bistrowagen. «Man könnte provisorisch anfangen und je nach Bedarf ausbauen», sagt Emch. Zudem möchte die IG eine ständige statt wie bisher provisorische Bewilligung für die Marktstände. An der Könizstrasse sollen Parkplätze für Läden mit Publikumsverkehr eingerichtet werden dürfen. Und für das alte Holzhaus auf Höhe der Tramstation strebt die IG eine neue Nutzung an. Das Haus gehört dem Nachtclub Dead End beim Henkerbrünnli.

Leise Hoffnung gibt es für jene, die sich am Loryplatz einen grossen Lebensmittelladen als Frequenzbringer wünschen. Gemäss Informationen der Berner Zeitung verhandelt der Besitzer einer Liegenschaft beim Loryplatz mit der Migros-Tochter Denner. Hier soll ein Denner Express entstehen, eine Stadtfiliale mit Frischprodukten und regionalem Angebot. Abhängig ist der Vertragsabschluss auch davon, ob die Stadt fünf Parkplätze in unmittelbarer Ladennähe bewilligen wird oder nicht. (Berner Zeitung)

Erstellt: 04.12.2012, 09:42 Uhr

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