Waberns neues Wahrzeichen

Wabern

Viele freuen sich über den architektonisch speziellen Garden-Tower, der neu in Wabern steht. Der härteste Kritiker aber bleibt skeptisch.

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Lucia Probst

Auf den Balkons stehen Grills und Gartenmöbel. Und in der ­Höhe zieht ein hellbraunes Plastikgartenhäuschen den Blick auf sich. Ins neue Hochhaus am Rand von Wabern ist den Sommer über nach und nach Leben eingekehrt. Auch die Begrünung an der Fassade, die dem 53 Meter hohen Garden-Tower seinen Namen gibt, ist schon etwas gewachsen. Doch wie kommt der spezielle Bau bei jenen an, die ihn täglich sehen?

«Wir haben bis jetzt nur Positives gehört», sagt Hansueli Pestalozzi, Vizepräsident des Wabern-Leists. «Viele nehmen den Bau als optisch gut gestaltet wahr.» Und als der Leist zu einer Besichtigung des Hochhauses eingeladen habe, sei das Echo sehr gross gewesen. Fast 200 Personen seien gekommen und hätten die Aussicht vom obersten Stockwerk ­genossen. Auch eine Umfrage auf der Strasse vor dem Hochhaus (siehe Bilderstrecke) zeigt ein ähnliches Bild: Kritik gibt es kaum.

«Ich bin nicht begeistert»

«Das Hochhaus könnte ein Wahrzeichen von Wabern werden», denkt Pestalozzi. Mit ihm sei Wabern architekturmässig in eine andere Liga aufgestiegen. Der vom Basler Architekturbüro Buchner Bründler errichtete Bau ist das erste begrünte Wohnhochhaus der Schweiz. Ein ähnliches Projekt gibt es mit der Tour des Cèdres in Lausanne. Auch in Mailand und Barcelona stehen begrünte Hochhäuser.

Bei den ehemaligen Kritikern kommt das Hochhaus allerdings noch immer schlecht an. «Ich bin nicht begeistert», sagt Klaus Kilchenmann. Er war Co-Präsident des Komitees, das dessen Bau vehement bekämpft hat, und wohnt selbst in der Nähe. «Wir leben nun mit diesem Gebäude», sagt er. Und hat dann doch noch ein positives Wort dafür übrig: «Es ist aus meiner Sicht der beste Teil der neuen Bächtelenpark-Siedlung.» Die sei sehr eng und wirke wie ein Durcheinander, findet Kilchenmann. Das Hochhaus mit seiner Begrünung aber sei «eine interessante Lösung».

Kinder im Parterre

Das Parterre des Hochhauses ist noch immer im Rohbau. Arbeiter sind am Werk – Ende Jahr soll hier eine Kindertagesstätte einziehen. Eigentlich hätte es auch ein Café geben sollen. «Das liess sich leider nicht realisieren», sagt Roland W. Schlegel vom Generalunternehmen Priora, das für den Bau des Bächtelenparks zuständig ist. Der Standort sei zu wenig attraktiv. Man habe intensiv ­gesucht. «Doch es haben alle abgewinkt.»

Berner Zeitung

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