Bern

Vor dem Tram kommen viele Busse

BernIn neun Jahren soll auf der Buslinie 10 ein Tram fahren. Bereits in naher Zukunft plant Bernmobil einen Ausbau der Buslinien 20 und 21.

Doppelgelenk- bus in Luzern: Solche Busse, allerdings ohne Radabdeckung, fahren ab Herbst auch durch Bern.

Doppelgelenk- bus in Luzern: Solche Busse, allerdings ohne Radabdeckung, fahren ab Herbst auch durch Bern. Bild: Matthias Käser

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Die Stadt Bern bekommt eine neue Tramlinie. Am 4. März sagte der Kanton Bern Ja zum Tram Bern–Ostermundigen. Der Bau soll spätestens 2022 beginnen. Die Jungfernfahrt auf der heutigen Buslinie 10 ist 2027 geplant.

Das Tram habe Zukunft, argumentierten die Befürworter im Abstimmungskampf immer wieder. Aber: Auch Busse blieben weiterhin wichtig. «Wir wollen den richtigen Verkehrsträger am richtigen Ort. Das muss nicht zwingend überall ein Tram sein», sagte Bernmobil-Direktor René Schmied nach der Abstimmung im Interview mit dieser Zeitung. Dies habe auch die Kampagne des Pro-Komitees zum Tram Bern–Ostermundigen gezeigt. Tatsächlich plant Bernmobil in nächster Zeit eine kleine Busoffensive.

Gelenkbusse auf der Linie 21

Auf der Linie 21 nach Bremgarten sollen in Zukunft Gelenkbusse anstelle von Standardbussen verkehren. Das bringt eine grössere Kapazität. «Der Einsatz von Gelenkbussen auf der Linie 21 ist ab Dezember 2021 vorgesehen», sagt Bernmobil-Sprecher Rolf Meyer auf Anfrage.

Auch auf anderen Buslinien in der Stadt Bern sind Neuerungen geplant. So sind etwa die Buslinien 20 und 12, mit denen die Quartiere Wyler und Länggasse erschlossen werden, heute sehr stark ausgelastet. Deshalb hat der Kanton zusammen mit der Stadt Bern, der Regionalkonferenz Bern-Mittelland und den Transportunternehmungen die Möglichkeiten einer künftigen Erschliessung der beiden Quartiere geprüft. Die Idee: den 20er-Bus zwischen Wyler und Länggasse via Bahnhof fahren zu lassen. Am 3. April werden die Ergebnisse der Zweckmässigkeitsbeurteilung vorgestellt.

Grossbusse auf der Linie 20

Schon heute ist klar, dass der ­20er-Bus vorerst anderweitig entlastet wird. Neben den normalen Gelenkbussen sollen auch Doppelgelenkbusse, wie sie zum Beispiel bereits seit längerer Zeit in Luzern fahren, zum Einsatz kommen. Bernmobil hat sieben Grossbusse angeschafft. Sie sind 25 statt nur 18 Meter lang und bieten entsprechend mehr Platz. «Ab Herbst 2018 ist geplant, erste solche Busse zeitweise auf der Linie 20 verkehren zu lassen», sagt Bernmobil-Sprecher Rolf Meyer. Das genaue Datum dazu ist noch offen. Fahrplanmässig werden sie ab Dezember 2018 zwischen Hauptbahnhof und Wankdorf verkehren.

Auch mit einem dichteren Takt möchte Bernmobil für Entlastung sorgen. Laut Rolf Meyer soll voraussichtlich ab Dezember 2019 auf der Linie 10 das Angebot zwischen Köniz Schloss und Ostermundigen Wegmühlegässli verdichtet werden. Weitere Verdichtungen auf Buslinien sind im Moment nicht geplant. «Es ist aber auch möglich, bedarfsgerecht einzelne Entlastungskurse einzusetzen, wie dies beispielsweise auf der Linie 12 auf dem Ast Länggasse um 10 Uhr vormittags erfolgt», sagt Meyer.

Neue Buslinie im Norden

Schliesslich ist noch eine völlig neue Buslinie geplant. Bereits 2015 schlug die Regionalkonferenz Bern-Mittelland vor, das Berner Nordquartier und Ostermundigen im Viertelstundentakt mit einem Bus zu verbinden. Nun kommt in dieses Vorhaben Bewegung. Der Kanton wird diese Linie als Versuchsbetrieb im August ausschreiben. Vor allem wegen der Verkehrsbedürfnisse zwischen dem Oberfeldquartier, dem Zentrum von Ostermundigen und dem Breitenrainquartier soll die Buslinie getestet werden, sagt Christian Aebi, Co-Leiter des Amts für öffentlichen Verkehr und Verkehrskoordination des Kantons Bern.

Frühestens ab 2020

Die neue Linie soll vom Breitenrainplatz via Guisanplatz, Zentweg, Waldeck und Bahnhof Ostermundigen ins Oberfeldquartier führen. «Für den Start des Versuchsbetriebs sind wir abhängig von der Sanierung des Breitenrainplatzes», sagt Christian Aebi. Der Grund: Der Bus soll beim «Breitschplatz» wenden können, was während der Bauzeit nicht möglich ist. Zurzeit läuft bei der Umgestaltung des Platzes das Strassenplanverfahren, gegen das mehrere Einsprachen eingegangen sind. Eine Voraussetzung für den Betrieb sind laut Christian Aebi auch noch die Finanzierungszusagen der Stadt Bern, der Gemeinde Ostermundigen sowie des Kantons Bern. Aebi rechnet mit einer Inbetriebnahme des Busversuchsbetriebs zwischen Bern und Ostermundigen frühestens im Dezember 2020.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 23.03.2018, 08:59 Uhr

Zytglogge-Umleitung

Wegen der Bauarbeiten am Zytglogge fährt der 12er-Trolleybus derzeit nur stadtaufwärts auf dem normalen Kurs gleich neben dem Berner Wahrzeichen durch. Stadtabwärts biegt er vor dem Zytglogge links ab, umfährt die kritische Stelle via Brunngass- und Postgasshalde – und muss dabei ganz ohne Fahrdraht auskommen. Die Chauffeure ziehen den Bügel schon an der Schanzenstrasse und damit noch vor der belebten Altstadt ein. Die fast zwei Kilometer bis zum Bärenpark, wo sie wieder an die Fahrleitung andocken können, legen sie dann abgekoppelt von der direkten Stromversorgung im Batteriebetrieb zurück. Bernmobil zieht eine positive Zwischenbilanz zum Fahren ohne Oberleitung. «Der Umleitungsbetrieb ohne Fahrleitung funktioniert zu unserer vollen Zufriedenheit», sagt Sprecher Rolf Meyer. «Wir konnten bereits wertvolle Erfahrungen für ­kommende Umleitungen ­sammeln.» (ehi)

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