Velo Schmutz im Frühlingshoch

Worb

Im Frühling läuft das Velobusiness auf Hochtouren – auch für Velo Schmutz in Worb, eine der ältesten Fahrradhandlungen der Schweiz. Deren Spezialität: die Marke Schmutzli.

Sie führen jetzt das Geschäft: Christian Schmutz und seine Ehefrau Michèle haben Anfang Jahr die Velohandlung Schmutz in Worb übernommen. Ihre Spezialität ist die Eigenmarke Schmutzli.

Sie führen jetzt das Geschäft: Christian Schmutz und seine Ehefrau Michèle haben Anfang Jahr die Velohandlung Schmutz in Worb übernommen. Ihre Spezialität ist die Eigenmarke Schmutzli.

(Bild: Urs Baumann)

Velos in allen Farben, Bikes mit allen Schikanen: An der Bernstrasse in Worb stehen zurzeit reihenweise Fahrräder draussen. Derzeit haben Christian Schmutz und seine Crew von Velo Schmutz alle Hände voll zu tun. An diesem Wochenende präsentieren sie ihre neusten Modelle, aber auch die langjährigen Erfolgsvelos an ihrer Frühlingsausstellung.

Solche Shows mit Velos, Bratwurst, Getränken und Snacks haben bei den Velohändlern Tradition. Fast jedes Geschäft führt im Frühling eine Ausstellung durch. Offensichtlich sind die Kunden dann besonders leicht für Velos zu begeistern.

Frühling bringt Umsatz

«Ja, der Frühling ist für uns die intensivste Zeit», sagt Christian Schmutz, seit Anfang Jahr Inhaber des Worber Geschäfts. «Viele Leute fahren im Winter nicht Velo. Aber wenn es wärmer wird, haben sie Lust, wieder in die Pedale zu treten.» Schmutz hat die schönen Frühlingstage der vergangenen Wochen gespürt. Es seien mehr und früher Velos bestellt worden als sonst. Schönes Wetter ist wichtig für Velohändler. Bei Velo Schmutz macht der Umsatz zwischen März und Juni rund die Hälfte des Jahresumsatzes aus.

Das Geschäft ist aus Worb kaum mehr wegzudenken. Es ist nämlich eines der ältesten der Schweiz, «sicher das älteste in der gleichen Familie», weiss Schmutz.

Velowerkstatt seit 1906

Begonnen hat die Firmengeschichte vor über 100 Jahren. Bäckermeister Christian Schmutz kaufte seinen Söhnen um 1900 Fahrräder, damit sie Brot und Backwaren ausliefern konnten. Velos waren damals wenig verbreitete Fortbewegungsmittel. Darum mussten die Bäckersöhne ihre Vehikel, wenn etwas kaputt war, selbst flicken. Bald brachten auch Leute aus dem Dorf ihr Gefährt den Brüdern, die 1906 schliesslich eine Veloreparaturwerkstatt eröffneten – die erste in Worb.

Seither blieb das Geschäft in der Familie Schmutz. Zuerst übernahm der jüngste Bruder den Betrieb. Auf ihn folgte sein Sohn Daniel. Er führte das Geschäft bis Ende 2013, als sein Sohn Christian und dessen Ehefrau Michèle Schmutz-Burri die Velohandlung übernahmen. Sie ist Radiofrau und frühere Wetterfee von TeleBärn. Vater Daniel Schmutz (75) arbeitet weiter im Betrieb, im Team sind noch ein Velo- und ein Vespa-Mechaniker.

Ein Renner bei Velo Schmutz ist die Eigenmarke Schmutzli. Es sind Alltagsvelos, Bikes, Tourenvelos oder Renner, deren Komponenten vom Kunden individuell zusammengestellt werden können. Er wählt die Farbe des Rahmens und bestimmt, welche Räder, Schaltung, Pneus, Dämpfer, Federgabel und Sattel verbaut werden. Soweit möglich bezieht Schmutz die Teile aus der Schweiz oder lässt sie hier nachbehandeln wie die pulverbeschichteten Rahmen. Mittlerweile sind die Schmutzli weitherum bekannt. «Es kommen Kunden aus der halben Schweiz deswegen hierher», erzählt Christian Schmutz.

An der Frühlingsausstellung zeigt Velo Schmutz mehrere Neuheiten, darunter Bikes mit 27,5-Zoll-Rädern. Dies ist ein Mittelmass, der die Vorteile von 26- und 29-Zoll-Rädern vereint. Schmutzli-Rennvelos, die auch für Damen erhältlich sind, werden seit diesem Jahr verkauft.

Ausstellung: Fr, 21.3., 14 bis 20 Uhr; Sa, 22.3., 9 bis 16 Uhr; So, 23.3., 9 bis 16 Uhr. Bernstrasse 18, Worb.

Berner Zeitung

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