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Valérie Knoll wird erste Direktorin der Berner Kunsthalle

BernDie 36-jährige Baslerin Valérie Knoll wurde nach zwölf männlichen Leitern in Folge zur ersten Direktorin der Kunsthalle Bern gewählt. Sie tritt ein schwieriges Erbe an.

Erhält im Mai eine neue Direktorin: Die Berner Kunsthalle.

Erhält im Mai eine neue Direktorin: Die Berner Kunsthalle. Bild: Susanne Keller

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Der Vorstand der Kunsthalle Bern hat entschieden: Die 1978 in Basel geborene Valérie Knoll wurde zur neuen Direktorin gewählt. Sie wird im Mai 2015 die Stelle antreten. Sie ist nach zwölf männlichen Leitern die erste Direktorin in der Geschichte der Kunsthalle. Knoll hat sich bisher als Autorin (Artforum International) sowie als Leiterin des Kunstvereins Lüneburg und als Co-Leiterin der dortigen Halle für Kunst einen Namen gemacht.

Den Vorstand zu überzeugen vermochte die Kunstwissenschaftlerin mit ihren «profunden Kenntnissen des zeitgenössischen Kunstmarktes», mit ihren «Kenntnissen im Bereich der Konzeption und Kuratierung» und mit «betriebswirtschaftlichen Fähigkeiten». Hat man nach Fabrice Strouns überraschendem Abgang explizit eine «Managerin» gesucht?

Der Genfer stand in der Kritik. Doch den genauen Grund für seine Kündigung wollte weder Stroun noch Christian Gossweiler, Präsident des Vereins Kunsthalle, nennen. Die Vorwürfe «Führungsschwäche» und «ungenügender Kontakt zu Politikern und Sponsoren» standen im Raum.

Optimistisch in die Zukunft

Die neue Leitung tritt somit ein schwieriges Erbe an. Die Kunsthalle stand mehrfach in der Kritik. Vergangenen Sommer stellte der Jungfreisinn gar die 1,2 Millionen Franken Subventionen für das angeblich zu schwach besuchte Haus infrage.

«Die Kunsthalle ist nicht in einer Krise. Es gibt und kann immer Probleme geben, aber diese werden mit Sachverstand und Ruhe angegangen und gelöst», wiegelt Gossweiler ab. Er selbst verlässt die Institution 2015. «Ich blicke optimistisch in die Zukunft, da die nötigen Änderungen angegangen wurden und auf guten Wegen sind.» Die Frage, welche Auflagen Valérie Knoll haben werde, könne er zu diesem Zeitpunkt nicht beantworten. Dies werde von äusseren Umständen, wie dem 100-Jahr-Jubiläum der Institution im Jahr 2018, von den Beziehungen zur Stadt und allfälligen Zusammenarbeiten abhängen.

2013 klinkte sich die Kunsthalle aus der regionalen Weihnachtsausstellung «Cantonale Berne Jura» aus, dieses Jahr ist sie wieder dabei. Knoll schweben «eine verstärkte Zusammenarbeit mit lokalen Institutionen» und «längerfristige Projektformate» vor. Sie will zudem junge, weniger bekannte Künstlerinnen und Künstler fördern, wie sie dies auch in ihren Lüneburger Ausstellungen bereits getan hat.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 17.12.2014, 07:24 Uhr

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