Tschäppät will zweiten Klitschko-Kampf

Bern

Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) will 2012 wieder einen WM-Boxkampf nach Bern holen. Dafür hat er Witali Klitschko persönlich angefragt. Hinter den Kulissen laufen Gespräche zwischen dem Klitschko-Management und der Stade de Suisse AG.

Weltmeister Witali Klitschko soll wieder in Bern boxen.

Weltmeister Witali Klitschko soll wieder in Bern boxen.

(Bild: Stefan Anderegg)

Tobias Habegger@TobiasHabegger

Als selbst ernannte Sportstadt will Bern jedes Jahr einen Sportgrossanlass mit internationaler Ausstrahlung durchführen. In den letzten Jahren waren dies die Fussball-Euro 2008, die Eishockey-Weltmeisterschaft 2009, der WM-Boxkampf zwischen Witali Klitschko und Kevin Johnson im gleichen Jahr, die Eiskunstlauf-EM 2011 und nun der Davis-Cup mit Rekord-Grand-Slam-Sieger Roger Federer.

Fürs kommende Jahr plant Stadtpräsident Alexander Tschäppät die Rückkehr von Weltmeister Witali Klitschko nach Bern.

Tschäppät hat gute Kontakte

Dieser Coup könnte dem Berner Stadtpräsidenten gelingen. Denn Tschäppäts Netzwerk in die Boxszene könnte kaum besser sein. Mit Marcel Wisler, der fürs Klitschko-Management den Schweizer Markt betreut, ist Tschäppät per Du. Und seit dem Klitschko-Kampf in der Postfinance-Arena im Dezember 2009 ist Tschäppät mit den Klitschko-Brüdern befreundet. Er wurde sogar von den Boxchampions eingeladen und hat deren Familien in der Ukraine besucht. «Am Swiss-Economic-Forum in Interlaken habe ich Witali Klitschko darum gebeten, nochmals in Bern zu kämpfen», sagte Alexander Tschäppät an der Berner Vorpremiere des Klitschko-Dokumentarfilms am Mittwochabend im Kino Bubenberg. Dafür werde er Witali Klitschko, der Bürgermeister in Kiew werden wolle, gerne mit ein paar Ratschlägen und Tipps in Sachen Politik unterstützen.

Die Kontakte wären vorhanden. Doch im Boxsport gehts vor allem ums Geschäft. «Ganz Europa reisst sich um die Klitschko-Brüder», sagt Marcel Wisler auf Anfrage. Als SCB-Angestellter organisierte er 2009 den WM-Kampf in der Postfinance-Arena. Mittlerweile sucht Wisler auf Mandatsbasis fürs Klitschko-Management eine neue Kampfmöglichkeit für einen der Boxbrüder im Sommer 2012 in der Schweiz. «Die besten Karten haben Zürich, Bern und Thun», sagt er. Die Kontakte von Tschäppät zur Klitschko-Familie sieht auch Marcel Wisler als Vorteil für Bern.

Diesmal im Stade de Suisse

Allerdings würde ein Berner Boxkampf wohl nicht wie beim letzten Mal in der Postfinance-Arena stattfinden, sondern im Stade de Suisse. «Das Eishockeystadion fasst zu wenig Zuschauer, damit sich dieser Anlass rechnen könnte», sagt Marcel Wisler. Stade-de-Suisse-Sprecher Albert Staudenmann bestätigt auf Anfrage: «Wir wurden vom Klitschko-Management kontaktiert.» Die Stade de Suisse AG kläre nun ab, ob das Berner Fussballstadion als Austragungsort für diese «Riesenkiste» geeignet sei.

Als Wunschgegner für einen der Klitschkos nennt Tschäppät den Namen Nikolai Walujew. Der 2,13 Meter grosse Russe gewann im Januar 2007 in Basel gegen Jameel McCline. Tschäppät witzelt: «Ich bin am Russisch Lernen, damit ich auch Walujew zum Kampf in Bern überreden kann.»

Berner Zeitung

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