Tschäppät: «Ich wollte zum Denken anregen»

Bern

Am Morgen nach seinem Auftritt in «Das Zelt» sprach die Berner Zeitung mit Alexander Tschäppät über Nervosität, spontane Witze und fliegende Rosen.

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Sandra Rutschi

Herr Tschäppät, wie fühlen Sie sich am Morgen nach Ihrem Auftritt in «Das Zelt»?Alexander Tschäppät: Ich bin froh, ist er vorbei. Schon im Vorfeld hatte ich schlaflose Nächte vor Nervosität, und letzte Nacht habe ich gar nicht geschlafen. Das Adrenalin wirkte einfach noch zu lange nach. Es ist schon speziell, vor 1100 Leuten zu stehen und zu wissen, dass man seine Nummer nicht einfach abbrechen kann.

Am Anfang Ihrer Nummer wirkten Sie sehr nervös. Am nervösesten war ich rund eine Stunde vor dem Auftritt, als von mir verlangt wurde, das 18-minütige Programm auf 8 Minuten zu kürzen. Das war dann schlicht nicht mehr möglich. Am Anfang war ich auf der Bühne gestresst. Ich habe mein Programm ja nie vor Publikum geübt. Die Bühne war so gross und leer, das Einzige, was dastand, war ein Stehpult. Also klammerte ich mich an dieses.

Nach ein paar Minuten lösten Sie sich aber vom Pult und wirkten locker auf der Bühne. Es gab zwei, drei Witze, bei denen ich merkte: Das Publikum versteht mich, und ich verstehe das Publikum. Zum Beispiel beim spontanen Seitenhieb auf SVP-Nationalrat Hans Fehr und seine nicht angemeldete Putzfrau. Die Leute lachten, der Funke ist übergesprungen. Das war ein schöner Moment.

Haben Sie noch mehr Witze spontan auf der Bühne gemacht? Nein, die Profis haben mir davon abgeraten. Man soll sich an sein Programm halten, und das habe ich auch getan.

Was für Feedbacks haben Sie erhalten? Sehr positive. Dass mein Auftritt witzig gewesen sei. Und dass meine Nummer ein bisschen mehr Inhalt gehabt habe als andere. Das war auch mein Ziel: Ich wollte zum Denken anregen, nicht nur plumpe Jokes machen.

Wenn Tomaten auf die Bühne geflogen wären, hätte es bei Ihnen Spaghetti bolognese gegeben. Was geschah mit der Rose, die auf die Bühne geworfen wurde? Ich schenkte sie meiner Frau Christine Szakacs als Trost dafür, dass sie mich in letzter Zeit derart nervös ertragen musste.

Sie war die Einzige, die Ihr Programm kannte. Was sagt sie zu Ihrem Auftritt? Sie war zufrieden. Sie ist sehr streng und anspruchsvoll, was öffentliche Auftritte und die Komik betrifft.

Werden Sie jetzt öfters als Komiker auftreten? Wenn etwas gut läuft, besteht die Gefahr, dass man sich überschätzt. Im Moment habe ich keine Pläne für weitere Auftritte. Wenn ich jemandem damit an einem speziellen Anlass eine Freude machen kann, warum nicht. Aber ich bin nicht gewählt, um als Komiker aufzutreten. Für mich steht weiterhin die Politik im Zentrum.

Berner Zeitung

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