Tochterfirma konkurs – Protestaktion vor Comat AG

Worb

Um eine spanische Tochterfirma der Comat AG ist ein Arbeitskonflikt entbrannt: Rund 130 Angestellte stehen in Madrid im Streik. Die Gewerkschaft Unia hat am Montag vor dem Firmenhauptsitz in Worb eine Protestaktion durchgeführt.

Die Gewerkschaft Unia hat vor dem Firmenhauptsitz der Comat AG protestiert.

Die Gewerkschaft Unia hat vor dem Firmenhauptsitz der Comat AG protestiert.

(Bild: zvg)

Um eine spanische Tochterfirma des Elektronikunternehmens Comat AG in Worb ist ein Arbeitskonflikt entbrannt: Rund 130 Angestellte stehen in Madrid im Streik. Die Gewerkschaft Unia hat am Montag vor dem Firmenhauptsitz in Worb eine Protestaktion durchgeführt.

Es habe sich dabei um eine Aktion aus Solidarität mit der Belegschaft der Comat-Tochter Releco SA in Spanien gehandelt, schreibt die Sektion Bern der Gewerkschaft Unia in einer Medienmitteilung. Die Releco-Angestellten erhielten seit Februar keinen Lohn mehr, und das Releco-Management sei nicht zu Verhandlungen bereit.

Die Unia fordert nun die Mutterfirma, die Worber Comat AG, auf, Verhandlungen aufzunehmen und sich für eine Lösung «im Sinne der spanischen Mitarbeiter» einzusetzen. Die Comat AG betreibt Handel und Produktion von Geräten für Steuerungen, Mess- und Regelanlagen.

Konkursbegehren deponiert

Hans Ryser, Finanzchef der Comat AG, bestätigt den Arbeitskonflikt auf Anfrage. Die Releco SA in Spanien, an der die Comat AG eine Mehrheitsbeteiligung halte, sei konkurs und werde vollständig bestreikt. Die Tochterfirma sei überschuldet und könne keine Löhne mehr auszahlen.

Im März sei denn auch nach spanischem Recht ein Konkursbegehren deponiert worden. Doch dieses sei bisher von den spanischen Behörden nicht behandelt worden. «Es ist eine sehr unangenehme Situation für die Mitarbeiter», so der Comat-Finanzchef.

Die Comat-Führung sei in Verhandlungen und suche «intensiv» nach einer Lösung. Die Comat AG übernahm die spanische Firma 2006. Die Releco SA war primär im spanischen Markt aktiv, doch dieser ist laut Ryser seither zusammengebrochen. 2009 habe Comat noch viel Geld in eine Sanierung der unrentablen Tochterfirma investiert, doch die Situation habe sich nicht verbessert.

js/sda

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