Tierpark plant einen Lift von der Aare ins Vivarium

Bern

Ein Lift soll die Besucherinnen und Besucher des Dählhölzli vom Restaurant ins Vivarium hochfahren. Zudem sollen die Wegleitungen und die Eingänge zum Tierpark attraktiver werden.

Der Hammetschwand-Lift am Bürgenstock ist für Tierparkdirektor Bernd Schilder das architektonische Vorbild für den Dählhölzli-Lift.

Der Hammetschwand-Lift am Bürgenstock ist für Tierparkdirektor Bernd Schilder das architektonische Vorbild für den Dählhölzli-Lift.

(Bild: Keystone)

Im Tierpark wird alles neu: Spielplatz, Steinbockanlage, Restaurant und ein Bauernhof beim heutigen Kinderzoo. Am Donnerstag nun wurde ein weiteres Projekt im Rahmen der Gesamtplanung 2016 bis 2026 vorgestellt. «Es ist das letzte Mosaiksteinchen», sagte Gemeinderat Reto Nause. Es geht um die Erschliessung und Adressierung des Tierparks Dählhölzli.

Markantes Novum soll ein Lift sein, der die Besucherinnen und Besucher des Tierparks vom ­Aareniveau – hinter dem Restaurant, bei der Waschbärenanlage (Seite Parkplatz) – hoch durch die Baumkronen ebenerdig zum Vivarium fährt.

An dieser Stelle im Tierpark, schräg hinter dem Restaurant, soll ein Lift 32 Meter hinaufführen. Oben ist eine waagrechte Plattform geplant. Bild: Urs Baumann

«Den eintrittspflichtigen Teil des Tierparks findet man heute kaum.»Gemeinderat Reto Nause

«Den eintrittspflichtigen Teil des Tierparks im Wald findet man heute kaum», meinte Nause. Zudem sei der gepflasterte, steile Weg hinter dem Restaurant für Rollstuhlfahrende und für Familien mit Kinderwagen nur sehr schwer zu be­gehen.

Ein Lift wie am Bürgenstock

Wie der neue Lift genau aussieht, ist noch offen. Schildger spricht von einer filigranen Konstruktion. Er vergleicht sie mit seinem Vorbild, dem Hammetschwand-Lift am Bürgenstock, der wie eine Rakete 153 Meter hoch hinaufragt. Allerdings werden die Masse im Dählhölzli bescheidener ausfallen.

«Ob es eine Lift- Kabine oder zwei gibt, wissen wir heute noch nicht.»Tierparkdirektor Bernd Schildger

Der geplante Lift wird lediglich 32 Höhenmeter überwinden. Das entspricht etwa der ­Höhe des Senkeltrams, das vom ­Mattequartier auf die Münsterplattform führt. «Ob es eine Kabine oder zwei gibt, wissen wir noch nicht.» Unklar sei derzeit auch, wie vielen Passagieren der neue Lift Platz bietet.

Die hindernisfreie Erschliessung, die Eingangssituation sowie die Hinleitung ins Dählhölzli hatte der Tierpark gemeinsam mit Hochbau Stadt Bern analysiert. Nun liegt ein Entwicklungskonzept vor. Verfasser der Studie sind die PG Landschaften Gmbh aus Sissach sowie Erlebnisplan aus Luzern. «Es ist kein fixfertiges, verbindliches Projekt», sagte Bernd Schildger am Donnerstag, «jetzt sammeln wir viele kreative Ideen.»

Tierpark-Bus und Bären-Bus

Ein weiteres Problem, nebst den hindernisfreien Wegen, ist die Beschilderung. Das beginne bereits beim Bahnhof Bern, wo es keine Wegleitung zum Tierpark gäbe. Eines der definierten Ziele ist es, den Elfenau-Bus in Tierpark-Bus umzubenennen und gästefreundliche Hinleitungen zu platzieren.

Die Bushaltestelle Tierpark sei in die Achse Helvetia-, Thormannstrasse zu verlegen. Diskutiert wird auch ein «Bärenbus», der Passagiere vom Bärenpark ins Dählhölzli und retour führt.

Repräsentative Portale

Mittels Erlebniswegen und Portalen soll die Wahrnehmbarkeit des Tierparks verbessert werden. In der Studie wird unter anderem vorgeschlagen, das Portal «Dählhölzliwald» an der Thormann­strasse als attraktiven Ankunftsbereich zu gestalten; zudem im Waldbereich ein Wüstenhaus als repräsentatives Ein- und Ausgangsgebäude. Und schliesslich soll der Aareuferweg im Bereich des Erlebnisbauernhofes eine autofreie Zone werden.

2017 wird als Erstes der neue Spielplatz gebaut. 2018 beginnen die Arbeiten für die neue Steinbockanlage, 2019/2020 folgt die Erweiterung des Restaurants, anschliessend ist der Bau des Bauernhofes geplant. «Den neuen Lift könnte man zeitgleich realisieren», meinte Bernd Schilder. Und Reto Nause sagte: «Die Ins­titution Tierpark erfindet sich neu.» Urs Wüthrich

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