«Tiere werden unterschätzt»

Eine Idee aus der Jimmy-Flitz-Serie wird Realität: Der Kinderliedermacher Roland Zoss ruft auf, am 2. August einen Nationaltiertag einzuführen.

Im Bundeshaus: Roland Zoss, Jimmy Flitz und Alex Tschäppät.

Im Bundeshaus: Roland Zoss, Jimmy Flitz und Alex Tschäppät. Bild: Karl-Heinz Hug

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Herr Zoss, haben Sie ein Lieblingstier?
Roland Zoss: Hui! Schwer zu sagen. Jedes Tier hat Fähigkeiten, die für uns Menschen unerreichbar sind. So orientieren sich Tiger beispielsweise an den Sternen, und Delfine können durch ihre Echoortung erkennen, ob ein Haifisch noch hungrig und somit eine Gefahr ist. Tiere werden oft unterschätzt.

Deshalb beschliessen Jimmy Flitz und seine tierischen Freunde, ein Tierparlament einzuberufen?
Genau. Im sechsten Teil meiner Jimmy-Flitz-Geschichte wollen sie sich wehren. Sie gehen zum Bundeshaus und fordern die gleichen Rechte für Mensch und Tier.

Wie bringen Sie das ins reale ­Leben?
Am 2. August – einen Tag nach dem Nationalfeiertag der Menschen – kommen wir auf der Münsterplattform zusammen, um den ersten Nationaltiertag zu feiern. Und das eigentlich nur, weil mich im Frühling eine Journalistin auf die ernstere Seite der Geschichte «E Muus im Bundeshuus» ansprach und sagte: «Roland, mach das doch wirklich!»

Die Idee für den Nationaltiertag hat sich also verselbstständigt?
Das kann man so sagen, ja. Mit Freunden haben wir dieses Konzert organisiert und 500 Jimmy-Flitz-Münzen prägen lassen. Wir haben auch verschiedene Tierrechtsorganisationen dazu eingeladen.

Sind Sie selber Mitglied einer solchen Organisation?
Nein. Der Nationaltiertag entstand nicht im Auftrag eines Sponsors. Die Reaktionen der Tierrechtler waren gar etwas enttäuschend: Bloss eine Tierrechtsorganisation hat sich für das interessiert, was wir machen.

Was könnte der Grund dafür sein?
Hm. Vielleicht liegt es daran, dass die alle auch sonst nicht gern zusammenarbeiten. Aber vielleicht klappt es ja nächstes Jahr. (Etwas fällt vom Baum auf Zoss’ Kopf, er schaut nach oben.) Sind da etwa Affen, die uns mit Kokosnüssen bewerfen? (Schmunzelt)

Bei Ihrer Fantasie wäre das gar nicht erstaunlich! Ausserdem sind Sie ja auch sehr naturverbunden.
Ja, wenn ich wählen könnte zwischen einem Konzert vor einer Menschenmenge oder auf einem Berg würde ich sofort die Bergspitze wählen. In der Natur fühle ich mich manchmal weniger allein als unter Menschen.

Weshalb denn?
Gerade hier in der Schweiz fehlt es mir manchmal an Herzlichkeit. Bei Kindern ist das anders, die sind meist überschwänglich.


Nationaltiertag: Gratiskonzert von Roland Zoss und der Jimmy-Flitz-Band, Dienstag, 2. August, 14 Uhr, Münsterplattform, Bern. (Berner Zeitung)

Erstellt: 30.07.2016, 12:30 Uhr

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