«Tanz dich Frei»: Internetpranger beschäftigt Bern

Bern

Der Internetpranger der Berner Kantonspolizei, um mutmassliche Täter der «Tanz dich frei»-Ausschreitungen zu identifizieren, beschäftigt die Region Bern.

Die grösste Internetfahndung, die bisher im Kanton Bern durchgeführt wurde,beschäftigt Bern. Das zeigt sich einerseits in den Kommentarspalten von Bernerzeitung.ch/Newsnetz. Der Entscheid der Kantonspolizei Bern, die Bilder der mutmasslichen Randalierer des «Tanz dich Frei» zu publizieren, stösst hier grösstenteils auf Zustimmung der Leserschaft.

Beispielsweise erhält Fritz Schmutzs Kommentar viel Sympathie. Er findet, es richtig, dass «all die Idioten verurteilt werden, eine richtig fette Busse bezahlen sollen und einige Zeit ins Kittchen wandern.» Allerdings wird auch die Qualität der Bilder kritisiert. Tom Etter schreibt, dass er mit seinem Nokia vor zehn Jahren solche Bilder geschossen habe.

Wirft ein Kommentator der Polizei Mangel an Verhältnismässigkeit vor oder kritisiert sie anderweitig, reagiert die restliche Community grösstenteils mit Ablehnung.

Das gleiche Bild zeigt sich auch in einer nicht repräsentativen Umfrage von Bernerzeitung.ch/Newsnetz: 90 Prozent der 350 Teilnehmern finden es richtig (Stand 15.15 Uhr), dem Denunzierungsaufruf der Kantonspolizei Folge zu leisten und die mutmasslichen Täter zu identifizieren.

Verpixeln oder nicht?

Der Internetpranger ist andererseits auch in den Sozialen Medien ein Thema: FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen schreibt auf seinem Facebook-Account: «Die Kantonspolizei ist um jeden Hinweis dankbar. ‹Tanz dich frei›-Chaoten jetzt entdecken.»

Auch die kurz nach der Tanzdemo gegründete Facebook-Gruppe «Ich fühle mich frei, auch ohne Tanz dich frei», mit über 8000 Fans, hilft bei der Aktion mit und fragt, wer die abgebildeten Personen erkenne.

Die ansonsten eher zurückhaltende Berner Twitter-Community ist ebenfalls aktiv. Während die meisten Tweets die Bilder verbreiten, wird hier wiederum die Frage aufgeworfen, ob Medienunternehmen die Bilder der Kantonspolizei verpixeln sollten oder ob dies nicht nötig ist. Während der «Bund» gänzlich auf eine Publikation der Bilder verzichtete, die Berner Zeitung BZ die Personen unkenntlich gemacht hat, sind die mutmasslichen Täter bei Telebärn und Blick erkennbar.

cls, mb

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