Takasa – das war einmal

Von hundert zurück auf null: Von der Heilsarmee-Band Takasa, die vor zwei Jahren die Schweiz am Eurovision Song Contest vertrat, ist nichts mehr übrig.

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Just als die sechs Musikerinnen und Musiker unter freiem Himmel zu ihrem Hit ansetzten, regnete es in Strömen. Schon länger war es still gewesen um die Band, die eben noch Schlagzeile um Schlagzeile gemacht hatte: Mitte Mai 2013 war Takasa nach Malmö gereist, um die Schweiz am Eurovision Song Contest zu vertreten. «You and Me» hiess der Titel, mit dem die Berner Heilsarmisten die nationale Vorausscheidung gewonnen hatten. In der Endrunde des Wettbewerbs kamen sie trotzdem nicht über den Halbfinal hinaus.

Umso herzlicher war der Empfang nun, da die sechs Ende August des gleichen Jahres im Könizer Buchseegut auftraten. Mit einem Fest weihte die Heilsarmee hier ihr neues Wohnheim ein, und «You and Me» sollte zusätzlich Leute anziehen. Zu dumm nur, dass es jetzt derart goss und die Leute kurzerhand in die bereitstehenden Zelte verstoben.

Für die Sache der Heilsarmee

Das verregnete Gastspiel vor gelichteten Reihen steht wie ein Symbol für den weiteren Weg der Band. Denn so ruhig, wie es um Takasa vor dem Fest in Köniz gewesen war, so ruhig ging es nun auch weiter. Die Verantwortlichen um Leadsänger Christoph Jakob gaben sich zwar noch zuversichtlich und hielten fest, dass man sehr wohl ein Publikum habe. Gleichzeitig schränkten sie aber ein: Ob die Formation längerfristig eine Zukunft habe, entscheide sich erst noch.

Mittlerweile sind Wochen und Monate verstrichen, erneut treten in diesen Tagen die Stars und Sternchen aus ganz Europa zum Song Contest an – und Jakob hat die definitive Antwort parat: «Nein, Takasa gibt es nicht mehr.» Das Ende der Band kam rasch. Auf das Engagement in Köniz folgten nur noch ein paar wenige Auftritte im gleichen oder sogar etwas kleineren Rahmen, dann war definitiv Schluss.

Ob Takasa also nichts weiter als ein Strohfeuer, nichts weiter als eine geschickte Marketingaktion für die Sache der Heilsarmee war? «Wir haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass unsere Musik auch diesem Zweck diente», fährt Jakob fort. Um gleich zu relativieren, dass das nicht alles sei: «Wir sind als Gemeinde weitergekommen. Konnten gleichzeitig unter Beweis stellen, dass die Heilsarmee weit mehr ist als eine Truppe, die vor Weihnachten in den Gassen unterwegs ist und singt. Und auch klarmachen, dass der christliche Glaube nicht einfach langweilig ist.»

Aber zu viel Aufwand

Laut Jakob hat der Entscheid, mit Takasa aufzuhören, mit den persönlichen Verhältnissen der sechs zu tun. «Wir hätten, neben allen beruflichen und privaten Verpflichtungen, sehr viel Kraft in die Band stecken müssen. Diesen Aufwand konnten nicht alle leisten.» Kontakt zueinander habe man aber nach wie vor, alle seien in irgendeiner Art weiterhin musikalisch tätig.

Wie er es heute mit dem Song Contest hält? «Ich sehe mir den Wettbewerb auch diesmal wieder an. Die eine oder andere Erinnerung an unseren Auftritt vor zwei Jahren wird dabei sicher hochkommen.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 21.05.2015, 08:57 Uhr

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