Syrerin putzte illegal in Bieler AfD-Haushalt

Biel

In Deutschland machen Neuigkeiten aus dem Leben von AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel die Runde: Die Rechtsaussenpolitikerin habe eine Asylbewerberin in ihrem Haushalt in Biel putzen lassen.

Alice Weidel, Rechtsaussenpolitikerin aus Deutschland, soll in Biel eine Syrerin schwarz beschäftigt haben.<p class='credit'>(Bild: Keystone)</p>

Alice Weidel, Rechtsaussenpolitikerin aus Deutschland, soll in Biel eine Syrerin schwarz beschäftigt haben.

(Bild: Keystone)

Einmal mehr schlägt der deutsche Wahlkampf Wellen bis ins Seeland, und einmal mehr geht es um die Spitzenkandidatin der rechtsnational geprägten Alternative für Deutschland, kurz AfD. Denn Alice Weidel, das ist schon länger bekannt, lebt mit ihrer Partnerin und zwei Kindern in Biel. Am Mittwochabend machte dazu eine neue Geschichte die Runde: Weidel habe, so berichtete die Wochenzeitung «Die Zeit», eine Asylbewerberin aus Syrien als Haushalthilfe für sich arbeiten lassen. Für 25 Franken pro Stunde – und schwarz.

Gegen Muslime

Nicht nur dieser letzte Punkt ist für eine Kandidatin pikant, die politisch Karriere machen will. Aufhorchen lässt das Arbeitsverhältnis mit der Syrerin vor allem mit Blick auf die politischen Aussagen, mit denen die AfD-Spitzenkandidatin in ihrer deutschen Heimat von sich reden macht: Im Rahmen ihrer politischen Aktivitäten wettert Weidel gegen Muslime, hält ihr «Die Zeit» vor. Und erinnert an ihre Aussage: «Ich will den öffentlichen Raum nicht zugepflastert haben mit betenden Muslimen.»

«In Biel führt ­Weidel ein Leben, das wenig mit dem gemein hat, wofür sie als Politikerin steht.»«Die Zeit»

Und generell: «In Biel führt Weidel ein Leben, das wenig mit dem gemein hat, wofür sie als Politikerin steht». Sie lebe dort in eingetragener Partnerschaft in einer Vorzeige-Regenbogenfamilie – «im Wahlkampf dagegen hält Weidel die traditionelle Familie hoch und macht sich für den Erhalt des eigenen Staatsvolkes stark», so die Wochenzeitung.

Nur ein Gast?

Während sich «Die Zeit» für ihren Artikel auf Aussagen «aus dem privaten Umfeld» Weidels stützt, bestreitet der Anwalt der AfD-Politikerin, dass die Asylbewerberin «im Hause unserer Mandantin angestellt wurde oder als Angestellte gearbeitet hat oder aber dafür Lohn bekommen hat». Die Frau sei vielmehr «als Freundin unserer Mandantin auch im Hause unserer Mandantin zu Gast» gewesen.

Die Syrerin war übrigens nicht die erste Putzhilfe im Bieler Haushalt. Zuvor habe Weidel eine Studentin der Islamwissenschaften putzen lassen, schreibt «Die Zeit» weiter.

skk

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