Bern

Standort der Schwimmhalle spaltet die SP

BernDie Delegierten der SP sind uneins, ob die neue Schwimmhalle in Bern auf dem Gaswerkareal oder in der Länggasse gebaut werden soll. Ein Antrag für eine Konsultativabstimmung scheiterte knapp.

Grossrätin Ursula Marti spricht sich klar für eine neue Schwimmhalle im Mittelfeld aus.

Grossrätin Ursula Marti spricht sich klar für eine neue Schwimmhalle im Mittelfeld aus. Bild: Christian Pfander

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Der Anfang der Debatte fiel den Genossinnen und Genossen leicht. Sie machten sich über die FDP lustig, die immerhin dann initiativfähig sei, wenn es um ein unbestrittenes Anliegen gehe: mehr Wasser in Berns Schwimmbädern, wo sich Krethi beim Schwimmen regelmässig den Kopf an Plethis Beinen stösst. «Die FDP hätte genauso gut fordern können, auf dem Bundesplatz sei ein Wasserspiel einzurichten», spottete einer.

Als die Delegierten der städtischen SP am Montagabend aber die Standortfrage diskutierten, tat sich ein tiefer Graben auf.

Autobahn: Plus oder Minus?

Von den drei zur Debatte stehenden Standorten verhandelte die SP das Mittelfeld in der Länggasse und das Gaswerkareal neben dem Marzili. Das Neufeld bleibt dritte Wahl, solange unklar ist, ob es dort neben den anderen Sportnutzungen eine Schwimmhalle verträgt.

«Die Fakten sprechen klar für das Mittelfeld», sagte Grossrätin Ursula Marti. Es liege am Stadtrand und sei doch zentrumsnah, zudem bestens erschlossen für jede Fortbewegungsart. Anders als im Marzili wäre laut Marti eine Schwimmhalle im Länggassquartier willkommen.

Wo andere einen Klotz sehen, der auf dem Mittelfeld ein drittes Hochhaus verhindert, sieht Marti in einer Schwimmhalle «das ideale Verbindungsstück zwischen der Länggasse und dem neuen Quartier Viererfeld». Das Argument mit den Wohnungen sei «nicht so relevant». Statt für 3000 Personen würden auf Vierer- und Mittelfeld immer noch Wohnungen für 2900 gebaut, so Marti.

«Das Gaswerk ist der einzig sinnvolle Standort», fand dagegen Stadtrat David Stampfli – nur schon deshalb, weil mit den Hallenbädern Weyerli, Länggasse und Wyler alle drei am nördlichen Stadtrand lägen.

Eine oft monierte Schwäche des Gaswerkareals – die Verkehrsanbindung – deutete Stampfli zum Vorteil um: «Bern braucht keine Schwimmhalle, die zu mehr auswärtigem Autoverkehr führt», sagte er. Die Nähe des Mittelfelds zur Autobahn sei deshalb kein Argument, die Halle dort zu bauen. Auch die schlechte Erreichbarkeit mit dem ÖV spricht laut Stampfli nicht gegen das Gaswerk. Das Angebot müsse wegen der geplanten Wohnüberbauung ohnehin ausgebaut werden.

Abstimmung über Abstimmung

In der folgenden Diskussion sprachen sich mehr Delegierte für das Gaswerk als für das Mittelfeld aus, die interne Arbeitsgruppe Sport empfahl das Gaswerk einstimmig. Auch die Geschäftsleitung der Stadtpartei hatte bereits in der Mitwirkung zu Vierer- und Mittelfeld festgehalten, dass sie dagegen sei, eine Schwimmhalle zulasten von Wohnraum zu realisieren.

Vehement gegen das Gaswerk kämpften Stadträtin Gisela und Alt-Nationalrat Peter Vollmer, die sich schon heute am «Verkehrschaos» im Marzili stören.

Schliesslich stimmten die Delegierten über den Antrag der Sport-Gruppe ab, eine Konsultativabstimmung über den Standort durchzuführen. Dies sei ohne Verkehrsstudie zum Marzili fahrlässig, wurde dagegen argumentiert – erfolgreich: Die Konsultativabstimmung wurde mit 27 zu 23 Stimmen abgelehnt.

Unbestritten hingegen war die Grundsatzfrage, ob Bern eine neue 50-Meter-Schwimmhalle brauche. Dazu sagten die Delegierten einstimmig Ja – und standen dabei der FDP so nahe wie selten. (Berner Zeitung)

Erstellt: 18.06.2014, 08:41 Uhr

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