Stadt will keine Asylbewerber in der alternativen Wohnzone

Riedbach

Das kantonale Migrationsamt schlägt vor, in der alternativen Wohnzone in Riedbach Asylbewerber unterzubringen. Für die Stadt Bern ist das keine Option.

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Markus Ehinger@ehiBE

Immer wieder gerät die Asylunterkunft Hochfeld im Berner Länggassquartier in die negativen Schlagzeilen. Die Hauptkritik: Die seit November 2012 betriebene Unterkunft ist unterirdisch. Ursprünglich war sie deshalb nur als Notunterkunft für sechs Monate geplant gewesen. «Aus unserer Sicht besteht dringender Bedarf für eine oberirdische Unterkunft für 80 bis 100 Asylsuchende als Ersatz für die Anlage im Hochfeld», sagt Claudia Mannhart, stellvertretende Generalsekretärin der Direktion für Bildung, Soziales und Sport der Stadt Bern. Es sei aber klar, dass es nicht einfach sei, eine solche Unterkunft an einem Ort in der Stadt Bern zu finden.

Riedbach als Alternative?

Eine Idee für eine Alternative hat am letzten Freitag Iris Rivas, Leiterin des kantonalen Migrationsdienstes, aufs Tapet gebracht. «Wir denken etwa an die Möglichkeit, dass die neu geschaffene Parzelle für alternatives Wohnen in Riedbach in Zusammenarbeit mit den Stadtnomaden genutzt werden könnte», sagte sie am Rand einer Führung durch die Asylunterkunft Hochfeld. Konkrete Pläne gibt es aber noch nicht. So ist unter anderem unklar, ob die Asylsuchenden zum Beispiel in mobilen Containern untergebracht werden könnten. Bei der Suche nach einer Unterkunft «bleibt keine Möglichkeit ungeprüft mit dem Ziel, die unterirdische Anlage Hochfeld so rasch wie möglich durch ein oberirdisches Asylzentrum abzulösen», sagt Rivas. «Zur laufenden Suche ist zum aktuellen Zeitpunkt nichts spruchreif.»

«Riedbach ist keine Option»

Aus Sicht der Stadt ist eine Asylunterkunft in Riedbach kein Thema. «Es war nie die Idee, Asylsuchende in dieser Zone unterzubringen. Diese Variante wurde nicht diskutiert und ist aus unserer Sicht auch keine Option», sagt Claudia Mannhart. Die Zone sei für einen bestimmten Zweck – eben für alternatives Wohnen und nicht für die Bereitstellung einer Asylunterkunft – geschaffen worden.

Somit dürften in Riedbach keine Asylsuchenden untergebracht werden. Noch ist aber auch nicht klar, wann die Stadtnomaden die für sie geschaffene Zone beziehen können. Vor den Sommerferien habe das Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons Bern zehn Einsprachen abgewiesen, sagt Walter Langenegger, Infochef der Stadt Bern. Diese wurden aber an die nächsthöhere Instanz weitergezogen. Die Stadt rechnet deshalb mit Verzögerungen von bis zu zwei Jahren.

Berner Zeitung

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