Stadt und Uni Bern setzen auf Leitungswasser

An Sitzungen in der Berner Stadtverwaltung und an der Universität gibts künftig Leitungswasser statt Mineral. Die Stadt Bern und die Hochschule setzen damit ein Zeichen für Wasser als wertvolle Ressource und öffentliches Gut.

Bern ist die erste Hauptstadt der Welt, die sich «Blue Community» nennen darf.<p class='credit'>(Bild: Fotolia)</p>

Bern ist die erste Hauptstadt der Welt, die sich «Blue Community» nennen darf.

(Bild: Fotolia)

Für ihr Engagement erhielten Stadt und Universität Bern am Mittwoch das Label «Blue Community». Die Kanadierin Maude Barlow, Initiantin der internationalen Wasserinitiative und Trägerin des alternativen Nobelpreises, übergab das Zertifikat im Erlacherhof an Stadtpräsident Alexander Tschäppät und Rektor Martin Täuber.

Bern ist die erste Hauptstadt der Welt, die sich «Blue Community» nennen darf - und zugleich Standort der ersten Uni mit diesem Label. Barlow erhofft sich vom Berner Engagement eine Signalwirkung für ganz Europa, wie sie vor den Medien sagte.

Die «Blue Communities» setzen sich unter anderem dafür ein, dass Wasserversorgung in allen Ländern Aufgabe der öffentlichen Hand ist und bleibt. Denn nur so könne sichergestellt werden, dass alle Menschen ungehinderten Zugang zu Wasser haben.

Engagement im Ausland

«Die Wasserversorgung gehört allein in die Hände der Allgemeinheit», betonte Stadtpräsident Tschäppät. In der Schweiz stehe zwar überall einwandfreies Leitungswasser zur Verfügung, doch das entbinde das Land nicht von der Verantwortung, sich anderswo für eine funktionierende öffentliche Trinkwasserversorgung einzusetzen.

Die Stadt Bern zum Beispiel habe ein Trinkwasserprojekt im Norden Vietnams unterstützt. Als symbolträchtiges Bekenntnis zum Leitungswasser wollen Stadt und Uni Bern überdies künftig nach Möglichkeit auf Wasser in Flaschen verzichten.

Schliesslich bräuchten Abfüllung, Verpackung und Transport von Flaschenwasser bis zu tausend Mal mehr Energie als die Verteilung der gleichen Menge Leitungswasser, erklärte Tschäppät. Der Gemeinderat habe deshalb entschieden, innerhalb der Stadtverwaltung soweit wie möglich auf Mineralwasser zu verzichten.

Gratis-Wasser an Grossanlässen

Tschäppät will sich auch dafür einsetzen, dass Durstige an öffentlichen Veranstaltungen künftig kein Wasser in Flaschen mehr kaufen müssen. Den Organisatoren grosser Anlässe könne man entsprechende Auflagen machen.

Auch die Uni legt Wert darauf, dass ihre 17'000 Studierenden und die Mitarbeitenden einen einfachen Zugang zu Leitungswasser haben, wie Rektor Täuber betonte. Es brauche aber auch einen verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource. «Mit geeigneten betrieblichen Massnahmen haben wir es innert 15 Jahren geschafft, den Wasserverbrauch um mehr als die Hälfte zu reduzieren.»

tag/sda

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