Stadt Bern: Wieder neue Stellen geplant

Bern

Der Gemeinderat der Stadt Bern will im nächsten Jahr 21 neue Stellen schaffen. Im Vorjahr hatte er 56 neue Stellen gefordert, musste dann aber zurückkrebsen.

<b>Finanzdirektor Michael Aebersold</b> hat die Lehren aus dem Vorjahr gezogen.

Finanzdirektor Michael Aebersold hat die Lehren aus dem Vorjahr gezogen.

(Bild: Beat Mathys)

Stefan Schnyder@schnyderlopez

Die Kritik hat gewirkt. Im vergangenen Jahr geriet die Berner Stadtregierung heftig unter Beschuss, weil sie vorschlug, für das Jahr 2019 rund 56 neue Stellen zu schaffen. Sogar der Grünen Freien Liste – der Partei von Stadtpräsident Alec von Graffenried – war dies zu üppig. In zwei Schritten schraubte dann der Gemeinderat den Stellenausbau auf 40 Stellen zurück.

Die Lehren gezogen

Das soll sich in diesem Jahr nicht wiederholen. Wie der städtische Finanzdirektor Michael Aebersold (SP) bei der Präsentation des Rechnungsabschlusses 2018 bekannt gab, will die Stadtregierung im nächsten Jahr 21 neue Stellen schaffen. Er räumte ein, dass das kleinere Ausbauprogramm zeige, dass der Gemeinderat die Lehren aus dem Vorjahr gezogen habe.

Alle wollen wachsen

Jede der fünf Direktionen will ihren Personaletat ausbauen. Mit sechs zusätzlichen Stellen will die Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie von Reto Nause (CVP) netto am meisten Personal einstellen. Die Direktion für Bildung, Soziales und Sport von Franziska Teuscher (Grüne) verlangt 2,4 zusätzliche Stellen, was dem tiefsten Wert entspricht (siehe Tabelle). Aebersold begründete die zusätzlichen Stellen mit neuen Aufgaben, welche auf die Stadt zukommen werden. Vor allem vor dem Hintergrund des zu erwartenden Bevölkerungswachstums.

Neben Mehrausgaben für das Personal will die Stadtregierung auch in anderen Bereichen mehr ausgeben. So plant sie, den städtischen Angestellten drei Ferientage mehr im Jahr zu gewähren. Dies führt zu Mehrkosten von 2 Millionen Franken, weil in gewissen Bereichen wie bei den Krippen die Ausfalltage durch zusätzliches Personal kompensiert werden müssen.

«Um unser Ziel zu erreichen, muss die Stadt jährlich einen Überschuss von 20 Millionen Franken erwirtschaften.»Michael Aebersold (SP), Finanzdirektor der Stadt Bern

Zudem schlägt die rot-grüne Stadtregierung vor, dass die Stadt für die Erhöhung der Anzahl der Betreuungsplätze (2 Millionen Franken), neue Kultursubventionen (2 Millionen) und die Vergünstigung von Mahlzeiten in den Tagesschulen und Krippen (1,7 Millionen) mehr Geld ausgibt. Trotzdem geht der Finanzdirektor davon aus, dass die Stadt im nächsten Jahr einen Überschuss von 14 Millionen Franken erzielt.

Hoher Investitionsbedarf

Wie es ein Finanzdirektor tun muss, warnte Michael Aebersold vor der langfristigen Entwicklung. Er betonte, dass bei der Renovation von Schulen und Sportanlagen ein grosser Nachholbedarf bestehe. Die Stadt will ab 2021 jährlich 130 Millionen Franken dafür investieren. Um diesen Betrag zu decken, will der Gemeinderat Schulden von jährlich 30 Millionen Franken aufnehmen.

Das ist neu: Der bisherige Plan sah eine jährliche Neuverschuldung von 50 Millionen Franken vor. Für Aebersold steht dazu fest: «Um unser Ziel zu erreichen, muss die Stadt jährlich einen Überschuss von 20 Millionen Franken erwirtschaften.»

Berner Zeitung

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