Bern

Spielplatz der Grossen Schanze verschwindet

BernDie Stadt kapituliert: Sie will den Spielplatz auf der Grossen Schanze aufheben. Er hätte den als Drogenumschlagplatz bekannten Ort beleben und Dealer vertreiben sollen. Doch der Spielplatz war nie wirklich beliebt.

Der Spielplatz auf der Grossen Schanze hatte nie viele Fans. Nun will die Stadt ihn verlegen.

Der Spielplatz auf der Grossen Schanze hatte nie viele Fans. Nun will die Stadt ihn verlegen. Bild: Stefan Anderegg

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Alle Bemühungen haben nichts genützt. Der Spielplatz auf der Grossen Schanze war schon bei seiner Einweihung vor gut zehn Jahren nicht besonders beliebt – und er wurde es auch nie: Zu langweilig und zu eng ist es den Kindern auf dem Betonpodest. Rundum bremsen hohe Treppenstufen den Bewegungsdrang. Und zwischen ein paar mässig spannenden Spielgeräten ragt auch noch ein Abluftschacht vom darunter liegenden Parking hervor. Errichtet wurde der Spielplatz ursprünglich, um den als Drogenumschlagplatz bekannten Ort zu beleben und Dealer fernzuhalten.

Einige Male hat der Quartier-Verein «Kind, Spiel und Begegnung» versucht, den Spielplatz mit Aktionen zu beleben. Doch vergeblich. «Niemand fühlt sich richtig wohl dort», zieht Pina Jarrobino vom Verein Bilanz.

Wohin in der Länggasse?

Nun will die Stadtgärtnerei handeln: Sie ist derzeit daran, eine Spielplatzplanung für die ganze Stadt zu machen. Für den Spielplatz auf der Grossen Schanze sieht sie vor, diesen aufzuheben und ihn an einen anderen Ort zu verlegen. «Wir finden auch, dass sich der Spielplatz nicht an einem idealen Ort befindet», räumt der Berner Stadtgärtner Christoph Schärer ein. «Er liegt nicht direkt im Quartier, sondern am Rand. Deshalb ist er für Familien schlecht zugänglich.» Kein Problem sieht Schärer aber darin, dass der Spielplatz schon seit Jahren auch anders genutzt wird: Mittags bei schönem Wetter dient er Berufstätigen als Picknickplatz. Abends ist er Treffpunkt für Jugendliche. Dies sei kein Grund dafür, den Spielplatz zu verlegen, betont Schärer. Es gebe fast in jeder Parkanlage verschiedene Nutzungen.

Welche Spielorte die Stadtgärtnerei als Ersatz hätte, kann er nicht sagen. Er wolle der Spielplatzplanung nicht vorgreifen. Er räumt aber ein: «Viele Möglichkeiten gibt es im Länggassquartier nicht.» Für die SP-Politikerin und derzeitige Stadtratspräsidentin Ursula Marti kämen zwei Standorte infrage: Das Pärkli beim Falkenplatz oder die Grosse Schanze selber. Denn Marti findet die Grosse Schanze nicht grundsätzlich ungeeignet als Ort zum Spielen – im Gegenteil: «Es gibt dort grosse Rasenflächen und Wege, auf denen die Kinder zum Beispiel in Sicherheit Velo fahren lernen können», findet sie. Falsch am bisherigen Spielplatz sei nur, dass die Kinder dort an den Rand und auf den Beton verbannt würden.

Platz für Kinder und Familien könnte man ihrer Meinung nach auf der Grossen Schanze gut schaffen; etwa, indem es im Sommer nur noch eine City Beach statt wie bisher zwei gäbe. Auf keinen Fall will Ursula Marti, dass sich mit der Verlegung des Spielplatzes die Familien gleich ganz von der Grossen Schanze verabschieden. Im Stadtrat setzt sie sich schon seit Jahren für eine Belebung des Orts ein. Dazu beitragen würde nicht nur ein attraktiver Spielplatz. Sie wünscht sich vor allem auch, dass das Restaurant auf der Grossen Schanze gegen die Rasenfläche hin offen würde und länger geöffnet bliebe. Mit gutem Grund: «Auch in der Mittelstrasse haben es schliesslich die Café-Bar Sattler und die Gelateria geschafft, die Strasse zu beleben.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 27.04.2012, 07:13 Uhr

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