«Sous-Soul» geht am 30. Dezember zu

Bern

Der Berner Club Sous Soul steht vor dem Aus: Am 30. Dezember schliesst das Lokal endgültig seine Türen. Der Grund: Der Club in der Berner Altstadt hat seit drei Jahren mit Lärmbeschwerden zu kämpfen.

Das 600 Jahre alte Haus an der Junkerngasse 1 in Bern gehört jetzt dem Könizer Pfarrer André Urwyler und seiner Frau Ursula.

Das 600 Jahre alte Haus an der Junkerngasse 1 in Bern gehört jetzt dem Könizer Pfarrer André Urwyler und seiner Frau Ursula.

(Bild: Urs Baumann)

Beschleunigend hätten sich zudem auch das Rauchverbot und der Besitzerwechsel der Liegenschaft ausgewirkt.Wie der Verein Sous-Soul mitteilt, wurde die Entscheidung nach einer offenen Aussprache mit dem Regierungsstatthalter, der Lärmfachstelle, der Gewerbepolizei und Anwohnern gefällt.

Nach der Beschwerde der Anwohner verlangte das Umweltschutzgesetz eine subjektive Beurteilung, welche jeweils von der Fachstelle Lärmakustik der Kantonspolizei Bern durchgeführt wird. Diese hat laut Mitteilung ergeben, dass eine die Gebäudehülle des Sous-Souls maximale Lautstärke von 90 Dezibel zulässt. Pegel über 90 Dezibel würde in den benachbarten Wohnungen erhebliche Störungen verursachen.

Wegen Pfarrer Urwyler kein Fumoir mehr

Ein unabhängiges Gutachten zeige hingegen, dass das Sous-Soul weder einen Musikpegel bis 100 Dezibel noch die Grenzwerte der Cercle-Bruit-Richtlinie, noch der vor Ort geltende Lärmschutzzonen überschreiten würde. Auch der Schalldämmwert von 80 Dezibel zwischen dem Konzertlokal und den betroffenen Wohnungen sei gemäss eines unabhängigen Gutachtens überdurchschnittlich hoch.

Dass Pfarrer Urwyler das «Fumoir» ab 2012 als Büro benützen will, würde die Lage noch komplizierter machen: Ohne den Raucherraum müssten die Sous-Soul-Kunden zukünftig auf die Junkerngasse rauchen. Weitere Lärm- und Litteringklagen wären die Folgen, vermutet der Verein Sous-Soul.

Kein neues Lokal

Deshalb will der Verein keine Energie mehr in den Club investieren. Nach drei Jahren konstanter Auseinandersetzung mit der Lärmproblematik sei «die Motivation auf sehr tiefem Niveau angelangt». Auch die Suche nach einem neuen Lokal erscheine wenig sinnvoll, da die geltenden Bestimmungen einen unabhängigen Konzertbetrieb in bewohntem Gebiet verunmöglichen würden.

Am 30. Dezember 2011 geht das Sous-Soul nach fünf Jahren nun endgültig zu. Bis dahin finden weiterhin Konzerte statt.

mau/pd

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