«Skywork-Chef verhält sich nicht loyal»

Bern-Belp

Mathias Häberli, Direktor des Berner Flughafens, kontert die Kritik an den Südanflügen: «Wir können nicht nur an Skywork denken.».

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Tobias Habegger@TobiasHabegger

Mathias Häberli, die Luft wird dünn für Ihre Pläne. Auch Skywork-Chef Martin Inäbnit kritisiert die Südanflüge.
Mathias Häberli: Dieser Rundumschlag ist nicht loyal gegenüber der Aviatikszene, nachdem wir diverse gemeinsame Gespräche mit Spezialisten hatten. Bei der Fliegerei kommt die Sicherheit zuerst und steht als oberstes Ziel. Dazu sollte jede Fluggesellschaft stehen, auch wenns Mehrkosten bringt.

Ist die Sicherheit beim aktuellen Anflugregime gefährdet?
Nein, das ist sie nicht. Aber wir haben Verbesserungspotenzial in der Flugsicherheit und bei der Lärmthematik. Der Flughafen Bern lässt sich am besten mit einem Sackbahnhof vergleichen. Bei Westwind starten die Flugzeuge in denselben Luftraum, aus dem die ankommenden Flugzeuge die Landepiste ansteuern. Es gab Vorfälle, wo sich die Flugzeuge zu nahe kamen. Dabei ist nichts passiert, und niemand war gefährdet. Doch die Aufsichtsbehörde hat uns angewiesen, das System zu entflechten.

Sie bezeichnen die Kritik von Martin Inäbnit als nicht loyal. Haben Sie kein Verständnis für die Anliegen von Skywork?
Aus der Optik des Skywork-Chefs mögen die Südanflüge derzeit wenig bringen. Doch in einem grösseren Rahmen betrachtet, bieten sie auch für seine aktuelle Dornier-Flotte wesentliche Verbesserungen. Und in Zukunft wird auch ihm dieser Anflug noch nützen. Die Technologie verbessert sich ständig. Zudem hat Martin Inäbnit ja mehrfach angekündigt, er wolle neue Flugzeuge kaufen. Wir können die Zukunft des Flughafens nicht einzig und alleine auf die veralteten Skywork-Flieger ausrichten. Als Flughafenchef muss ich an alle Fluggesellschaften denken und zudem weitere Stakeholder im Auge behalten.

Die minimalen Sichtstandards für den Anflug aufs Belpmoos sind viel strenger als an den meisten anderen Flughäfen.
Ja, das stimmt. Der Grund dafür ist unsere Topografie. Die ist leider gegeben. Ich kann weder den Belpberg abtragen noch die erhöht liegende Stadt Bern woanders hinzügeln. Ich wünschte mir, dass Skywork die ganze Sache gesamtheitlich betrachten würde und nicht so polemisch, wie das derzeit der Fall ist.

Berner Zeitung

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