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Skywork streicht Abendflüge im Winter

BelpDie Berner Fluggesellschaft Skywork stellt im nächsten Winter den Flugbetrieb nach 19 Uhr ein und streicht eine Destination aus dem Winterflugplan. Damit reagiert sie auf das Nebelproblem im Belpmoos.

Flughafen Bern-Belp: Im nächsten Winter fliegt Skywork nach einem neuen Flugplan.

Flughafen Bern-Belp: Im nächsten Winter fliegt Skywork nach einem neuen Flugplan. Bild: Bruno Stüdle

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Im letzten Winter machte der Nebel im Belpmoos der Fluggesellschaft Skywork oft das Leben schwer. Zwischen Oktober 2016 und Februar 2017 musste die Airline immer wieder Flüge streichen, umleiten oder Starts nach Basel verlegen. Denn oft war die Sicht über dem Flughafen Bern-Belp eingeschränkt.

Köln fliegt raus

Nun reagiert Skywork und ändert den Winterflugplan: Sie streicht die vom Nebel gefährdeten Abendflüge. Künftig wird die Fluggesellschaft nach 19 Uhr keine Starts und Landungen mehr durchführen. Normalerweise dauert der Flugverkehr auch im Winter von 6 bis 23 Uhr. Diese Einschränkung hat Folgen. «Eine Destination wird gestrichen, und die An- und Abflugzeiten und Frequenzen einiger Destinationen müssen angepasst werden», sagt Skywork-Sprecher Max Ungricht.

Nicht mehr im neuen Flugplan figuriert Köln, und von den Änderungen sind insbesondere Hamburg und London City betroffen. Um das bisherige Angebot im verkürzten Zeitfenster beizubehalten, wären mehr Flugzeuge und zusätzliches Personal notwendig gewesen. «Das ist aus Kostengründen nicht tragbar.» Weitere Neuerung: Die Airline fliegt im Winter künftig auch an Samstagen. Skywork will den Flugplan, der ab 29. Oktober gilt, in den nächsten Tagen veröffentlichen.

Hohe Mehrkosten

Skywork stellt das Nebelproblem so dar: Beim Flughafen Bern-Belp müssen Piloten auf einer Höhe von 150 Metern die Piste oder die Anflugbefeuerung sehen können, damit sie landen dürfen. Diese Schwelle wird Entscheidungshöhe genannt und ist nicht nur vom Flughafen, sondern etwa auch vom Gewicht des Flugzeugs abhängig. Doch genau auf dieser Höhe lägen die Nebelbänke, heisst es bei Skywork.

Gemäss der Airline waren im letzten Winter auf 118 Flügen total 2092 Passagiere von Verspätungen, Verlegungen oder Ausfällen betroffen. Chef Martin Inäbnit bezifferte die Kosten dieser Umtriebe pro Passagier auf durchschnittlich 300 Franken, total also rund 600'000 Franken. Zudem sei ein nicht bezifferbarer Imageverlust entstanden. «Einen solchen Winter können wir uns nicht mehr leisten», sagte Inäbnit im März zu dieser Zeitung.

Damals hatte der Skywork-Chef noch gehofft, dass das Anflugverfahren geändert wird. ­Dazu führte er im Frühling Gespräche mit dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) sowie dem Flughafen Bern. Doch sie blieben ohne Erfolg.

Keine Lösung gefunden

Das Anliegen von Skywork sei von Experten des Bazl sorgfältig geprüft worden, sagt Bazl-Sprecher Urs Holderegger. Hierfür seien auch Gespräche mit ausländischen Airlines geführt worden, welche spezielle Verfahren auf ausländischen Flugplätzen anwenden. «Topografie und technische Ausrüstung des Flughafens sowie die aktuelle Skywork-Flotte lassen es aus Gründen der Flugsicherheit aber nicht zu, das von Skywork gewünschte Spezialverfahren anzuwenden.»

Die Fluggesellschaft ist mit diesem Ergebnis nicht zufrieden. «Nun bleibt es beim unbefriedigenden Status quo», sagt Sprecher Ungricht. Kein anderer von Skywork konventionell angeflogener Flughafen verfüge über ähnlich hohe Entscheidungshöhen. Zudem habe die Airline im letzten Winter an anderen Flugplätzen keine einzige Ausweichlandung wegen schlechter Sicht verzeichnet. (Berner Zeitung)

Erstellt: 22.06.2017, 07:01 Uhr

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