Sie verbreiten in Bern Euphorie

Stadt Bern

Projekt «Euforia»Die Generation der Jungen hätte viele Ideen, um die Welt zu verbessern, finden drei Bernerinnen und ein Berner. Es fehle ihr nur an Mut und Möglichkeiten, diese Ideen auch umzusetzen. Mithilfe der Organisation Euforia will das Berner Team das nun ändern.

Drei Frauen arbeiten für «Euforia»: (v.l.) Stefanie Gfeller, Fabienne Addor und Lara Heliotis suchen in Bern nach jungen Leuten, die mit vielen kleinen Projekten Grosses bewirken wollen.<p class='credit'>(Bild: Urs Baumann)</p>

Drei Frauen arbeiten für «Euforia»: (v.l.) Stefanie Gfeller, Fabienne Addor und Lara Heliotis suchen in Bern nach jungen Leuten, die mit vielen kleinen Projekten Grosses bewirken wollen.

(Bild: Urs Baumann)

Christian Zeier@ch_zeier

Am Anfang stand eine Idee: Jerónimo Calderón, aufgewachsen im Berner Monbijouquartier, Student der Politikwissenschaften in Genf und Boston, wollte junge Leute dazu inspirieren, sich für eine bessere Welt einzusetzen. Engagement für die Umwelt, für die Mitmenschen, für ein nachhaltigeres Leben sollte cool werden. So entstand 2007 die Organisation Euforia.

«Zu Beginn war es eine Art Selbsthilfegruppe für junge Leute, die sich engagieren wollten», sagt Calderón. Mittlerweile ist die Organisation zu einer internationalen Bewegung angewachsen, die von WEF und Unesco ausgezeichnet wurde und zehn Angestellte in der Schweiz beschäftigt. Ende Oktober findet zum ersten Mal eine «Euforia»-Veranstaltung in Bern statt.

«Euforia» kommt nach Bern

Verantwortlich für den Berner Event sind Lara Heliotis, Fabienne Addor, Stefanie Gfeller und Filippo Buzzini – alle wohnhaft in der Stadt Bern, zwischen 28 und 31 Jahre alt, alle berufstätig. Die vier wurden von Euforia ausgebildet und suchen nach jungen Leuten, die sich in einem Projekt engagieren wollen. «Es gibt kaum jemanden, der keine Idee hätte, was man verbessern könnte», ist sich Fabienne Addor sicher. «Das Problem ist nur, dass meistens der Mut zur Umsetzung fehlt.» Sie selbst hat mit der Tanzschule Tanzwerk ihren Traum realisiert – jetzt möchte die Bernerin andere ermuntern, etwas zu wagen.

Wie das funktionieren kann, hat Lara Heliotis bereits einmal hautnah miterlebt. 2009 hat sie für Euforia den European Youth Summit mitorganisiert und dabei Jugendliche aus halb Europa in Genf zusammengebracht. «Am Anfang waren viele der Teilnehmenden ziemlich verloren und unsicher», erinnert sie sich. Im Verlauf der Veranstaltung hätten sie aber Vertrauen gefasst, eigene Ideen entwickelt und umgesetzt.

Machen statt reden

Wer am Impact-Anlass in Bern teilnehmen will, muss weder konkrete Ideen noch Vorwissen mitbringen. «Es reicht schon, wenn man etwas bewegen möchte, aber nicht genau weiss, wie», sagt Stefanie Gfeller. So tauschen sich die Teilnehmenden aus, entscheiden, wofür sie sich engagieren möchten, schliessen sich zusammen, werden von Experten beraten und stellen bestenfalls ein funktionierendes Projekt auf die Beine. Dabei gehe es nicht darum, die Welt zu retten – sondern zu realisieren, dass man mit etwas Idealismus und Engagement im Kleinen etwas Grosses verändern kann.

Insekten und Kaffeebecher

Thematisch sind den Teilnehmenden kaum Grenzen gesetzt. Aus einem früheren Treffen ist etwa der Verein Essento entstanden, der mit der Idee für Furore sorgte, Insekten zu essen, um den Fleischkonsum zu drosseln. Auch der Berner Verein Refiller, der sich für wiederauffüllbare Kaffeebecher einsetzte und heute die Plattform Foodwaste.ch betreibt, kam so zur Welt.

Einer der Gründer, João Almeida, erinnert sich: «Ich ging an den Anlass und wusste nicht genau, was mich erwartete. Dann traf ich andere Teilnehmer, und wir waren uns einig: In der Schweiz wird zu viel Abfall produziert. So entstand die Idee für den Verein.» Das Wichtigste sei nicht das Thema gewesen, sondern das Gefühl, das der Anlass ihm gegeben habe: «Mir wurde klar: Darüber sprechen reicht nicht, ich kann auch selbst etwas tun.»

Berner Zeitung

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