Sie twittern in offizieller Mission

Bern

Seit drei Jahren setzt das Gurtenfestival auf Information durch Social Media. Das hat sich nicht nur bei der Cashless-Panne bewährt.

Bewaffnet mit Smartphone und iPad: Gurten-Twitterer Markus Tschannen, Lisa Rohrer und Markus Maurer (von links).

Bewaffnet mit Smartphone und iPad: Gurten-Twitterer Markus Tschannen, Lisa Rohrer und Markus Maurer (von links).

(Bild: Urs Baumann)

Markus Ehinger@ehiBE

Sie nennen sich in der virtuellen Welt des Mikroblogs Twitter @kusito, @souslik und @lisanoahx. In der Realität heissen sie Markus Maurer (39), Markus Tschannen (32) und Lisa Rohrer (19). Ihre Aufgabe: in offizieller Mission via @gurtenfestival die Besucher und Daheimgebliebenen mit Informationen und Anekdoten rund ums Open Air zu versorgen. Den drei Profi-Twitterern stehen pro Tweet nur gerade 140 Zeichen zur Verfügung. In der Kürze liegt die Würze.

Was macht einen guten Tweet aus? «Er ist eine Mischung aus Information und Unterhaltung», sagt Tschannen, der bei seinen knapp 6000 Followern bekannt ist für seine kreativen Kurznachrichten. Wenn er nicht auf dem Gurten ist, arbeitet er in einer Kommunikationsagentur. Maurer mit seinen 2700 Followern ist als Social-Media-Berater ein Profi.

Berufsmaturandin Lisa Rohrer ist die Jüngste im Bunde. Sie hat sich als Gurten-Twitterin beworben und hat das Rennen gegen die Konkurrenz gemacht. Sage und schreibe über 42'000 Tweets hat sie bereits in eigenem Namen verfasst. Lisa ist die einzige der offiziellen Twitterer, die auch auf dem Gurten übernachtet. «Von den beiden Social-Media-Profis kann ich aber noch viel lernen», sagt sie. Sie geniesse es, am Festival zu twittern.

News, Service und Fun

Via Twitter erfahren die Besucher unter anderem, wie lange sie bei der Talstation anstehen müssen, wie das Wetter ist oder ob das Cashless-System wieder funktioniert. «News, Service und Fun – mindestens zwei dieser drei Punkte sollten in einem Tweet sein», sagt Maurer. Wichtig sei auch, dass es keine Einbahnkommunikation sei. «Wir stehen mit den Leuten in einem Dialog und beantworten deren Fragen.» Chef der drei Twitterer ist Festivalsprecher Micha Günter. Was vor drei Jahren als Experiment begann, entwickelte sich zu einer Institution. «Wir haben gemerkt, dass wir über diesen Kanal sehr schnell informieren können», sagt Günter. Twitter sei für die Veranstalter auch ein Stimmungsbarometer. Gerade bei der Cashless-Panne habe sich gezeigt, dass die Besucher den Ausfall recht gelassen nehmen.

Twitter-Wettbewerb lanciert

Einer, der in diesem Jahr auch vom Gurten twittert, ist Politikberater Mark Balsiger. Er hat kurzerhand einen Twitter-Wettbewerb ausgerufen. «Gesucht wird der originellste Tweet», schrieb @Mark_Balsiger. Er belohnt diesen mit 250 Franken in bar. Übrigens: Der offizielle Hashtag für das Gurtenfestival ist #Gurten.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt