Schulhaus soll Familien anlocken

Ab 2016 sollen die ersten Schüler im neuen Schulhaus Brünnen ein- und ausgehen. Der fünfstöckige Bau mit Doppelturnhalle und Pausenplatz kostet gegen 38 Millionen Franken.

Die geplante Schule mit Turnhalle (rechts): Der Raum hinter dem Gebäude geht nahtlos in den Brünnenpark über.

Die geplante Schule mit Turnhalle (rechts): Der Raum hinter dem Gebäude geht nahtlos in den Brünnenpark über. Bild: zvg

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Brünnen wächst. Bis Ende 2012 sind hier 300 neue Wohnungen entstanden. Bis 2018 sollen 1000 weitere hinzukommen und Platz für 2000 zusätzliche Bewohner bieten. In Brünnen würden mehr Wohnungen gebaut als einst geplant, sagte Stadtpräsident Alexander Tschäppät kürzlich. Das schlägt sich bisher aber nicht wie gewünscht in der Einwohnerzahl nieder. Brünnen ist zu wenig durchmischt. Es fehlen Familien.

Die Stadt will dieser Entwicklung mit dem Bau des Schulhauses Brünnen Gegensteuer geben. Zwischen dem Brünnenpark und den Gäbelbach-Blöcken soll für 37,5 Millionen Franken bis zum Schuljahr 2016/2017 ein fünfstöckiges Schulhaus entstehen. Hier werden vier Basisstufen und vier Klassen vom 3. bis zum 6.Schuljahr Platz finden. Dazu kommt eine Doppelturnhalle, deren Dach als Pausenplatz dient. Die Turnhalle wird zum Teil im Boden versenkt. Dies führt zu «überdurchschnittlichen Kosten», wie der Gemeinderat schreibt. Total seien die Kosten aber vergleichbar mit anderen Bauten in der Stadt.

Zum Projekt gehört auch, dass im Bauernhaus Brünnengut Garderoben für die Sportplätze eingebaut werden. Im Herrenhaus wird am 22.Juni die Eröffnung der Tagesstätte gefeiert.

Gäbelbuch-Schule integriert

Gestrichen ist die Idee, auf dem Areal ein weiteres Gebäude zu bauen: Hier sollten Tagesschule, Aula und Bibliothek Gäbelbach Platz finden. Ende 2012 überprüften die Behörden die Prognosen zu den Schülerzahlen. Daraus ging hervor, dass der Ausbau auf eine zweireihige Schule nicht nötig ist. Nach dem Brand in der Gäbelbach-Schule letzten Herbst wurde geprüft, die Schule Gäbelbach ins neue Projekt zu integrieren. So wird es nun umgesetzt. Das freie Areal könnte später zur Wohnzone werden.

Im fünften Geschoss des neuen Schulhauses soll die 3. bis 6.Klasse aus dem Gäbelbach einziehen. Die Tagesschule mit Küche wird im Gäbelhaus platziert, das die Stadt von der Kirchgemeinde übernehmen will. Der dortige grosse Saal kann als Aula benutzt werden. Die Bibliothek im Erdgeschoss der Volksschule Gäbelbach bleibt, zusätzlich entstehen hier zwei Basisstufen. Das obere Geschoss der Volksschule Gäbelbach wird frei für andere Zwecke oder kann rückgebaut werden.

Tempo 30 vor der Schule

Schon in der Planungsphase wurde Kritik an der Verkehrssicherheit laut. Kinder, die künftig von der Tagesschule oder von der Bibliothek ins neue Schulhaus wollen, müssen den Ansermetplatz und die Murtenstrasse queren, wo heute Tempo 50 gilt. Nun sollen rund um den Platz eine Tempo-30-Zone und Mittelinseln entstehen.

Das Schulhaus wird im übrigen im Minergiestandard gebaut. Auf den strengeren Minergie-P-Eco-Standard, den sich die Stadt heute selber als Vorgabe gibt, wenn sie baut, «verzichtet» man, schreibt der Gemeinderat. Der Aufwand für eine nachträgliche Umprojektierung sei «unverhältnismässig». Auf dem Dach könnte eine Solaranlage betrieben werden.

Bei einem Ja des Stadtrats zu den fast 38 Millionen Franken kann ab 2014 gebaut werden.

Infoveranstaltung «Neue Volksschule Brünnen», Montag, 17.Juni, 19 Uhr, Pavillon Brünnengut, Brünnenstrasse 8. (Berner Zeitung)

Erstellt: 01.06.2013, 14:43 Uhr

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