SP fordert lückenlose Aufklärung

Die SP und die Jungsozialisten fordern eine Untersuchung der Krawallnacht vom Samstag. Die SVP dagegen will Stacheldraht auf dem Dach der Reitschule.

Geht es nach der Stadtberner SVP soll es in Zukunft unmöglich sein, das Dach der Reitschule zu besteigen.

Geht es nach der Stadtberner SVP soll es in Zukunft unmöglich sein, das Dach der Reitschule zu besteigen.

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Drei Tage nach den Ausschreitungen auf der Schützenmatte zwischen der Kantonspolizei Bern und Besuchern des Vorplatzes fordern die Stadt­berner SP und die Juso, dass die Vorkommnisse lückenlos und unabhängig untersucht werden.

«Angriffe und das Werfen von Flaschen und Steinen gegen Polizeibeamte sind nicht zu rechtfertigen. Die Personen müssen zur Verantwortung gezogen werden», schreiben sie. Doch das Verhalten der Polizei und wie dieses kommuniziert wurde, werfe Fragen auf. Beispielsweise was den Einsatz von Gummigeschossen rechtfertige.Die SVP dagegen betont, dass «Gewalttäter jeweils vom Dach der Reitschule aus» die Polizei mit Steinen und Flaschen bewerfen.

Deshalb verlangt sie, dass das Dach mit Stacheldraht unzugänglich gemacht wird. Und im Kantonsparlament will Grossrat Thomas Brönnimann (GLP) vom Regierungsrat wissen, ob der Polizeieinsatz verhältnismässig war, wie der «Bund» berichtet.

Viele Prellungen

Bei der Eskalation wurden mehrere Personen verletzt. Der Kantonspolizei wurden zwei Verletzte gemeldet, die Reitschule hingegen hat Kenntnis von insgesamt vierzehn. Bilder, welche die ­Mediengruppe der Reitschule publizierte, zeigen durch Gummischrot verursachte Prellungen an Oberschenkeln, Gesichtern, Lippen und Augen. Jemanden traf es im Genitalbereich, was eine Operation nach sich zog. Auch drei Polizisten wurden verletzt, zwei erlitten einen Gehörschaden, der dritte ein ­Hämatom.

Feiernde Teenies beschossen

Die Strassenschlacht hatte gegen 23.30 Uhr begonnen, als eine Polizeipatrouille auf der Schützenmatte angegriffen worden war. Ob mit Wasserballons, Flaschen oder Steinen, ist unklar. Die ­Mediengruppe schreibt in der gestrigen Mitteilung, dass es kein Zufall war; die Polizei agiere seit längerem wie ein politischer Gegner.

Einige Stunden vor der Eskalation hätten Augenzeugen am Bahnhof «Zehnergruppen an Polizisten in Vollmontur» gesichtet. Ein Foto – ebenfalls publiziert von der Mediengruppe – zeigt ausserdem, wie Polizisten sich und ihre Ausrüstung um 19.30 Uhr in die Waisenhaus­kaserne verlegten.

«Egal, was vorher passierte: Nichts legitimiert, dass eine Hundertschaft an Polizisten drei Stunden lang auf minderjährige feiernde Teenies mit Gummischrot schiesst», so die Mediengruppe.

«Keine Angst im Ausgang»

Eine Gruppe Gymnasiasten meldete sich bei der Redaktion. «Wir stellen nicht die Schuldfrage, sondern die Frage, was falsch gelaufen ist», sagt eine 16-Jährige. Sie seien um 23 Uhr auf dem Vorplatz gewesen, als Leute wie bei einem ­Attentat wegrannten.

«Wir wurden nicht gewarnt, und einige von uns rannten nach dem Knall in die Reitschule», erzählt sie weiter. Ihre Kollegin sei von einem ­Gummigeschoss getroffen ­worden. Die 16-Jährige betont: «Wir wollen im Ausgang keine Angst haben und eine Polizei, welche die Leute nicht einschüchtert.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 04.09.2018, 21:16 Uhr

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