Rondel ist wieder in Berner Händen

Bern

Vor gerade mal einem Jahr startete der Rondel Club im ehemaligen Liquid – unter Zürcher Führung. Nun gibt es erneut einen Wechsel. Der neue Geschäftsführer Oliver Hofer über schlechtes Image, Dresscode und Katerfrühstück.

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Claudia Salzmann@C_L_A

Oliver Hofer, Sie führen neu den Rondel Club. Was lief schief mit den drei Zürcher Besitzern?Oliver Hofer:Man muss einfach viel im Club anwesend sein, um zu spüren, was die Leute wollen. Da die Besitzer auch in Zürich ein neues Lokal besitzen, verbrachten sie viel Zeit dort. Und Zürcher haben in Bern einen schweren Stand. Sie sind nun in den Hintergrund getreten und haben neben mir Dino Dragic-Dubois und Yana Shimbova geholt.

Der Vorgängerklub Liquid hatte den Ruf, ein Bling-Bling-Club zu sein. Inwiefern hat dieses Image das Rondel beeinflusst? Ich würde nicht sagen, dass das Liquid einen schlechten Ruf hatte. Die Gäste besuchten einfach aus anderen Gründen in den Club, als wir das wollen. Man ging ins Liquid wegen der Leute, die Musik war zweitrangig. Dieser Ruf hat uns bis in den Sommer verfolgt, – auch dass man nur mit Hemd und schönen Schuhen reinkommt.

Insidern zufolge soll das Rondel nur wenig Besucher haben. Stimmt das? Bei der Eröffnung kamen zwar viele, aber nach Neujahr hatten wir Probleme, das stimmt. Der Club musste zuerst eine eigene Identität aufbauen. Nachdem wir im Juli eine neue Soundanlage installiert haben, hatten wir nie weniger als 500 Gäste. An Samstagen waren wir in letzter Zeit ausverkauft, was die Leute dazu veranlasste, früher aufzutauchen, damit sie noch reinkommen.

Was erhoffen Sie sich von der Zukunft? Ich hoffe auf Full House und dass wir die Berner Ausgangsszene prägen können. Primär hoffen wir, endlich unsere anvisierte Zielgruppe zu erreichen. Oft hören wir, dass es keinen vergleichbaren Club im Umkreis von 50 Kilometern mit einem solchen Programm gibt.

Sie selber sind im Nachtleben kein Unbekannter. Im Liquid haben Sie von 2002 bis 2009 Events veranstaltet und legen als DJ Basskontrolle auf. Warum war dann Schluss? Ich konnte nicht mehr hinter dem Club stehen, weil es zu fest eine Scheinwelt war, zu viel Bling-Bling. Und weil die Musik für mich zu herkömmlich war. Ich will im Ausgang neue Musik hören, keine Radiostücke.

Wie eng arbeiten Sie mit den anderen Clubs in der nahen Aarbergergasse zusammen? Wir haben ein eigenes Sicherheitskonzept und müssen uns in der Genfergasse, die ruhig ist, keine Gedanken um Prügeleien vor dem Club machen. Unsere Türsteher achten nicht auf Aussehen, sondern nur auf das Gewaltpotential der Gäste. Auch sturzbetrunkene Frauengruppen kommen bei uns nicht rein.

Sie verlängern mit Ihrer neuen Eventreihe «KaterBrunch» das Berner Partywochenende. Wir haben weitere Möglichkeiten gesucht, um unseren Club zu öffnen. Der Donnerstag fiel weg, weil dann in Bern nur wenig läuft. Einen After-Hour-Laden wollten wir nicht. So fiel die Wahl schnell auf den Sonntag. Wir hoffen da nicht auf Leute, die seit Samstagabend am Durchtanzen sind, sondern auf ausgeruhte Leute, die bei Gute-Laune-Mucke einen Nachmittag verbringen wollen.

Berner Zeitung

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