Bern

Rockiger Semesterstart im Campus Von Roll

BernIm Fabrik Bistro auf dem Campus Von Roll in Bern tritt während der Vorlesungszeit jeden Dienstagmittag eine Band auf. Dieses Semester startete die Veranstaltungsreihe mit «The Hookline».

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In den Berner Strassen sind seit Montag wieder vermehrt junge Rucksackträger zu sehen, vor allem im Bereich Hauptbahnhof und an der Bus-Route elf zum Güterbahnhof. Der Grund: Das Frühjahrsemester hat gestartet, die Studenten müssen wieder hinter ihre Bücher.

Doch noch etwas Semesterferien-Feeling konnten die Studenten der Universität und der Pädagogischen Hochschule Bern bei ihrem Mittagessen am Dienstag auf dem Von Roll Campus aufkommen lassen. Denn im Fabrik Bistro organisiert eine Gruppe rund um den Jugendarbeiter David Wöhrle (35) während der Vorlesungszeit jeden Dienstag einen kulturellen Mittag: Während eine Live-Band spielt, können sich die Studenten und auch andere Interessierte für fünf Franken mit einem Sandwich oder einem warmen Menü verpflegen. An diesem Dienstag waren Spaghetti angesagt.

Zum Auftakt mit «The Hookline»

Das Frühjahrssemester 2015 startete «sound & sandwich», wie die Veranstaltungsreihe heisst, mit «The Hookline». Während üblicherweise Singer-Songwriter mit eher ruhiger Hintergrundmusik die Studenten in ihrer Mittagspause unterhalten, liess die sechsköpfige Band aus Bern mit ihren rockigen Popsongs ziemlich die Post abgehen.

Dem Publikum hat es gefallen. Als die letzten Bestecke kniggegemäss auf den Teller gelegt waren, klatschten die Studis sogar mit. Leadsängerin Luisa Hafner, selber Jus-Studentin, störte sich nicht an den Hintergrundgeräuschen während ihres Auftritts: «In den Bars unterhalten sich die Leute ja auch. Die Herausforderung liegt schliesslich darin, einen Draht zum Publikum zu finden.»

«Wir wollen etwas schenken.»

«Sound & sandwich» bietet den Künstlern eine Plattform. Immerhin 80 bis 90 Personen stehen beziehungsweise sitzen im Publikum. Aber die Besucher müssen jedes Semester neu umworben werden, wie Wöhrle erklärt. Denn diejenigen, mit denen dienstags immer zu rechnen war, können wegen des Stundenplanwechsels nun nicht mehr ins Fabrik Bistro kommen, während andere und neue Studenten nun auf das Angebot aufmerksam gemacht werden müssen. Dazu werden auf dem Areal Plakate aufgehängt und Flyer verteilt. Der grösste Teil der Werbung wird in den sozialen Medien wie Facebook und Twitter platziert, wofür vor allem Mitorganisator Dominik Hofstetter (25) zuständig ist.

Sängerin Hafner findet die Idee von «sound & sandwich» super. Ums Geld geht es hier nicht, die Kollektenschüssel scheppert bei Studenten nämlich nicht sehr laut. Lediglich 100 bis 150 Franken kommen pro Auftritt zusammen, wie Hofstetter erklärt.

Überhaupt steht das Finanzielle bei «sound & sandwich» nicht im Vordergrund: «Unser Ziel ist es, die Kosten zu decken», sagt Hofstetter. Wöhrle führt aus: «Wir wollen einfach etwas schenken – ohne zu verlangen.» Das Zusammensein in friedlicher Atmosphäre stehe im Vordergrund.

Positive und lebensbejahende Musik

«Sound & sandwich» gibt es seit zwei Jahren. Dahinter steht der gemeinnützige «Verein Netz», ein Engagement einer freien christlichen Kirche mit Wirkungsgebiet im Raum Bern. Doch Verse aus der Bibel oder Einladungen zum gemeinsamen Gebet findet man bei diesem Anlass nicht. «Wir wollen mit den Konzerten nicht missionieren, auch nicht unterschwellig», sagt Wöhrle. Für Hofstetter stellt die Erfahrung in der Organisation solcher Events einen zusätzlichen Ansporn zum gemeinnützigen Engagement dar.

Auch bei der Bandauswahl spielt der spirituelle Hintergrund der Organisatoren keine Rolle. Die einzige Bedingung für einen Auftritt am Mittagstisch: Die Musik soll «positiv und lebensbejahend» sein. Die Band-Arrangements entstehen auf Anfrage oder auf Eigeninitiative. Am 31. März kommt mit «Willer» aus Deutschland zum ersten Mal Musik aus dem Ausland auf die Bistro-Bühne. «‹Lo & Leduc› konnten wir bislang nicht in unser Lokal locken», sagt Hofstetter in halbernstem Ton. Aber Absagen haben die Veranstalter ansonsten noch keine erhalten.

Um 13 Uhr kündigte «The Hookline» den letzten Song an. Einige Studenten hatten ihre Rucksäcke bereits wieder umgeschnallt, andere blieben gemütlich sitzen oder legten ihr Buch bereit, um später darin zu lesen. Das Bistro hat jeweils bis um 17 Uhr offen, einige nutzen die Lokalität darum auch als Lernort oder für Gruppenarbeiten.

Info: facebook.com/soundandsandwich (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.02.2015, 17:02 Uhr

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