Restaurant Frohegg mit neuem Gastgeber

Bern

Andreas Kobel gibt nach knapp 27 Jahren das Restaurant Frohegg beim Berner Eigerplatz ab. Sein Nachfolger ist Christian Jurt, der wiederum Gault Millau Punkte anstrebt.

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Claudia Salzmann@C_L_A

Im Garten unter dem blühenden Blauregen sitzen die ersten Gäste. Der Wirt Andreas Kobel begrüsst sie und nimmt kurz bei ihnen Platz. Es ist 11 Uhr und noch ist es ruhig im Restaurant Frohegg an der Belpstrasse. Nur noch wenige Tage bleibt Kobel hier Gastgeber und dann gibt er nach knapp 27 Jahren die Leitung ab.

Rückblickend auf seine Zeit sagt der 64-Jährige: «Die Gäste springen heute schneller ab. Gehen dorthin, wo es was Neues gibt. Wir haben sie immer wieder zurückgeholt», erklärt der Koch, der im früheren Mövenpick beim Berner Bahnhof das Handwerk lernte und danach ein Jahrzehnt das Restaurant zur Webern in der Altstadt führte.

Ihm fällt auf, dass seit zwei bis drei Jahren vermehrt Spezialwünsche kommen. «Wir müssen mehr auf Allergien schauen. Aber wenn dann ein Gast eine Allergie angibt, die eigentlich eine Aversion ist, dann finde ich es übertrieben», erklärt er. Mit ihm in Pension geht auch Heinrich Hillbrecht, der 20 Jahre hier arbeitete. Und Andreas Schori, der ein Vierteljahrhundert in der Frohegg war, wechselt ins Restaurant Äusseren Stand.

Kobel war Eigentümer der Räume. Gekauft wurde das Stockwerk von den Betreibern der Bodega Peninsula an der Seftigenstrasse. Diese ziehen es vor, im Hintergrund zu bleiben. Kobel hat auf sein Verkaufsinserat, das er im Herbst publiziert hatte, schnell Angebote erhalten. «Ich dachte, dass es noch drei bis vier Jahre dauert, bis ich es verkaufen kann», erklärt er.

Punkte-Koch kommt

Nun steht ab dem 1. Juni Koch Christian Jurt im Vordergrund. Jurt arbeitete bis vergangenen November in Kandersteg im Hotel Belle Epoque Victoria, wo er 13 Gault Millau Punkte inne hatte. Von Dezember bis April war der Schwyzer im Kreuz in Olten tätig. Bereits seit Anfang Mai kocht er im Frohegg mit.

Der neue Chef Christian Jurt meint: «Ich hatte in diesem Monat die Gelegenheit in die Abläufe zu blicken. Unser Konzept wird gleich bleiben, Änderungen wird es kleine geben, die der Gast nicht merkt.» Er werde Menü weiterhin monatlich wechseln, ein Degustationsmenü einführen und allgemein den Standard etwas anheben, mit dem Ziel, wieder Gault-Millau-Punkte zu erreichen.

«Mir war ein unkomplizierter Wechsel wichtig», sagt auch der abtretende Kobel. Nach seiner langen Wirtezeit wollte er es auch dem Stammpublikum sanft beibringen. «Viele erschraken dennoch, dass ich aufhöre», meint er.

Serviceteam bleibt

Auch an den Räumen und dem schönen Garten soll nur wenig verändert werden. Einen Anstrich gibt es im September, aber ansonsten soll es das gemütliche Ambiente mit Jugendstilelementen behalten.

«Der Standort am Eigerplatz ist sehr gut und unser Innenhof ist ein Geheimtipp», sagt Jurt. Ihm zur Seite steht nebst dem angestammten Serviceteam der 49-jährige Leo Reber, der Chef de Service mit 20 Jahren Frohegg-Erfahrung.

Ganz in den Ruhestand geht der abtretende Wirt Kobel noch nicht: «Ich kann aber nicht von 120 Prozent auf Null herunterfahren», sagt Kobel zu seiner Pension. Deshalb wird er im Café seiner Lebenspartnerin in Moosseedorf weiterarbeiten. «Sie wartet schon seit Jahren darauf», sagt er lachend.

«Ustrinkete u Atrinkete» am 29. Mai, Restaurant Frohegg, Belpstrasse 51. Keine Anmeldung nötig.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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