Reitschule: Problem nicht angegangen, nur aufgeschoben

Der Berner Stadtrat spielt in Sachen Sicherheit rund um die Reitschule auf Zeit. Die Nachricht, die das städtische Parlament gestern ausgesandt hat, ist unklar.

Wolf Röcken

Eine Ratsmehrheit von rechts bis links fand, dass rund um die Reitschule ein Sicherheitsproblem besteht, das angegangen werden muss. Und andererseits beauftragte eine Ratsmehrheit den Gemeinderat, dieses Problem nicht umgehend, sondern «im Verlauf des nächsten Jahres» anzugehen. Also vielleicht im Frühling. Oder im Sommer. Was sich bis dahin an der Ausgangslage verändern soll, ist fraglich. Nun fehlt auch für nächstes Jahr die verbindliche Zusage der Reitschul-Betreiber, aktiv und gemäss ihren Möglichkeiten gegen Gruppen vorzugehen, die den Kultur- und Freiraum Reitschule mit Gewalttaten missbrauchen.

Das Dilemma nach diesem Entscheid: Kommt es zu weiteren Vorfällen, wird wie bisher der Kulturbetrieb Reitschule dafür verantwortlich gemacht werden – ob zu Recht oder nicht. Gibt es keine Vorfälle, zeigt dies, dass die Betreiber unter Druck Einfluss ausüben können.

Also alles wie in den letzten Jahren gehabt. Das Problem ist nicht gelöst. Der Stadtrat hat den klaren Auftrag gestern einfach aufgeschoben. Und in einem Jahr wird dasselbe diskutiert.

Mail:wolf.roecken@bernerzeitung.chDiskussion:blog.bernerzeitung.ch/leserblog

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt