Reitschule: Die grosse Halle ist nicht mehr besetzt

Die Besetzung der grossen Halle ist beendet. Ein Kollektiv hatte die Halle im März in Beschlag genommen – nun soll es in die Organisation des Kulturbetriebs integriert werden.

Die Grosse Halle kann ihren Betrieb im Mai wieder regulär führen.

Die Grosse Halle kann ihren Betrieb im Mai wieder regulär führen. Bild: Leserreporter

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Die Besetzer ziehen ab – und bleiben doch. Ende März hatte ein Kollektiv namens «Die Wohlstandsverwahrlosten» die Grosse Halle in der Berner Reitschule in Beschlag genommen. Aus Protest. Das Kollektiv begründete die Aktion unter anderem mit der zunehmenden Kommerzialisierung von Halle und Reitschule. Nachdem im April einige Veranstaltungen ins Wasser fielen, ist die Kontroverse offenbar beigelegt.

Die Trägerschaft der Grossen Halle teilte am Dienstag jedenfalls mit, das Programm laufe ab Mai wieder wie geplant. Demnach konnte sich der Trägerverein, dem nebst der Reithalle-Betreiberin Ikur (In­teressensgemeinschaft Kulturraum Reitschule) auch die Stadt Bern angehört, mit den Aktivisten einigen.

Gemeinsame Sache

Die Grosse Halle bindet die einstigen Besetzer in die Organisation ein. Das Kollektiv soll fortan «regelmässig Raum» im Programm der Grossen Halle erhalten. Und es soll an der Ausrichtung und Strategie des Ortes mitwirken.

Nach der Besetzung hatte der Verein die Besetzer kritisiert. Die Meinung etwa, wonach «Kultur gratis sein soll», teile man nicht, hiess es damals. Man sei jedoch offen und gesprächsbereit gewesen, heisst es heute. Und künftig?

Man werde gemeinsam daran arbeiten, damit die Anliegen der jungen Menschen in Zukunft im Programm der Grosse Halle ihren Platz fänden, schreibt die Trägerschaft am Dienstag. «Wir sind an stetem Wandel interessiert und befürworten darum die Debatte über Kultur und Freiräume.»

Kein «We love Techno» mehr

Ganz ohne Zwischentöne geht die Besetzung allerding nicht zu Ende: Die Trägerschaft der Grossen Halle kündigte den Veranstaltern der Party «We love Techno» am Montag die Zusammenarbeit unerwartet. Somit kann die Ausgabe vom 2. November nicht wie geplant stattfinden. Mitorganisator Marco Rosser sieht seine Firma als «Bauernopfer» der Besetzung.

Wie Luzius Engel, Co-Leiter der Grossen Halle gegenüber dem «Bund» sagt, sei man bei der Grossen Halle nach vielen Gesprächen zum Schluss gekommen, «dass solche Technopartys sich nicht mit dem Umfeld vereinen lassen.» Der Entscheid sei aber nicht auf Druck der Besetzer gefällt worden.

(cef/pd)

Erstellt: 24.04.2018, 10:33 Uhr

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