Bern

Rauchstopp nun auch an der Front

BernIn Zukunft gilt das Rauchverbot auch in den Wintergärten an der Front. Dies hat Regierungsstatthalterin Regula Mader (SP) an ihrem letzten Arbeitstag verfügt. Falls Wirte Wände oder das Dach abmontieren, darf gepafft werden.

Video: Telebärn.

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Bisher erlaubten die Wirte an der Front ihren Gästen trotz Verbot zu rauchen. Die glasverschalten Terrassen seien keine Innenräume, sagten sie. Die Wirte beriefen sich auf einen früheren Entscheid der Behörden; diese hatten das Aufstellen von Heizstrahlern in den Wintergärten verboten mit dem Hinweis, die Wärme ziehe wegen der undichten Wände ab. «Weshalb sollte das mit dem Rauch nun anders sein?», argumentierten die Wirte in einer Stellungnahme an Regierungsstatthalterin Regula Mader (SP).

Gestern nun, an ihrem letzten Arbeitstag als Regierungsstatthalterin, hat Regula Mader die Antwort an die Wirte in Form einer Verfügung gegeben. Diese Antwort kommt einem faktischen Rauchverbot für die bestehenden Wintergärten gleich.

Konkret darf in Wintergärten nur noch geraucht werden, wenn mindestens zwei Seitenwände oder eine Seitenwand und das Dach geöffnet sind.

Marc Heeb, Bereichsleiter der Gewerbepolizei, begrüsst den Entscheid. «Die betroffenen Wirte haben nun Rechtssicherheit», sagt er. Und die Gewerbepolizei wisse, welche Regel sie an der Front durchsetzen müsse.

«Die Regel ist ein Witz»

Weniger erfreut reagiert ein Front-Kellner, der anonym bleiben will: «Wir haben gar keine zwei Seitenwände, die wir öffnen könnten, weil wir zwischen zwei anderen Beizen eingeklemmt sind.» In der Tat verfügen an der Berner Front nur das Restaurant Fédéral und das Restaurant Bim Grosi über zwei Glaswände, die sie abmontieren könnten und dadurch die Bedingungen erfüllen würden. Alle anderen müssten das Dach öffnen. «Diese Regel ist unfair», sagt der Kellner. Dass an der Front nicht für alle das Gleiche gelte, sei «ein Witz».

Regula Mader hält dagegen. Die Situation sei nun mal von Restaurant zu Restaurant verschieden, sagt die Regierungsstatthalterin. «Deshalb erfordert jeder Fall eine Einzelabwägung – auch an der Front.»

Angst vor Umsatzrückgang

Für den Kellner ist klar: «Bei uns läuft das Ganze auf ein komplettes Rauchverbot im Wintergarten hinaus.» Er könne unmöglich morgens das Dach öffnen und die Gäste rauchen lassen und beim ersten Regenguss die Regeln ändern, sagt er. «Wie sollten wir dieses Hin und Her den Stammgästen erklären?» Aus diesem Grund befürchtet er einen Umsatzrückgang. Die Front-Wirte waren gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen oder zogen ihre Aussagen aus taktischen Gründen zurück.

«Don Quijote» betroffen

Im Garten des Restaurants Don Quijote im Wylerquartier gilt das Rauchverbot ebenfalls. Obwohl zwischen der Sonnenstore und den Palisadenwänden eine grosse Lücke klafft (wir berichteten). «Auch Wände, die lediglich bis zur halben Höhe reichen, gelten als ganze Wände», präzisiert Regula Mader auf Nachfrage dieser Zeitung. Das Material spiele ebenfalls keine Rolle. «Egal ob Holz, Plastik oder Glas – Wand ist Wand.»

Anwältin Veronica Martin versteht die Welt nicht mehr. «Die Regierungsstatthalterin legt den Begriff Wintergarten sehr technisch aus», sagt sie. «Wer das Restaurant Don Quijote jemals gesehen hat, hat grosse Mühe zu begreifen, dass diese Terrasse als Wintergarten gilt.» Leider habe Mader den Entscheid gefällt, ohne jemals einen Augenschein im «Don Quijote» genommen zu haben.

Ob sie Maders Verfügung bei der Volkswirtschaftsdirektion anfechten wird, will Veronica Martin in den nächsten Tagen entscheiden. Bis dahin darf auch im Garten des «Don Quijote» nur geraucht werden, wenn die Sonnenstore zu bleibt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 06.10.2009, 09:37 Uhr

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