Radiostudio: Der Politik sind die Hände gebunden

Bern

Politiker befürchten, dass die SRG den Boden für die Halbierung der Gebührengelder bereitet. Tun können sie wenig.

<b>Arbeitsplatz auf Zeit:</b> Vom Radiostudio an der Berner Schwarztorstrasse werden nationale Nachrichten nur noch gut zwei Jahre gesendet.<p class='credit'>(Bild: Keystone Nicole Philipp)</p>

Arbeitsplatz auf Zeit: Vom Radiostudio an der Berner Schwarztorstrasse werden nationale Nachrichten nur noch gut zwei Jahre gesendet.

(Bild: Keystone Nicole Philipp)

Der Unmut über die Verlagerung des Radiostudios Bern nach Zürich ist gross, vor allem in Bern. Allerdings haben die Politiker wenig in der Hand, um den Entscheid der SRG rückgängig zu machen. Der Berner SP-Nationalrat Matthias Aebischer hält politische Eingriffe in operative Entscheide der SRG für falsch, auch wenn er gegen die Verlagerung nach ­Zürich kämpfte.

Regula Rytz, Präsidentin der Grünen, vermisste das Engagement von Medienministerin Doris Leuthard für die regionale Verankerung der SRG: «Sie war maximal unengagiert.» Die Grünen wollen nun die SRG im Mediengesetz zwingen, pro Sprachregion mehrere Studios zu betreiben und in der Bundesstadt ein Kompetenzzentrum für Information und ­Politik zu erhalten. Allerdings: Bis das Gesetz in Kraft tritt, dürfte die SRG die Verlagerung abgeschlossen haben.

«Kassensturz»-Moderator Ueli Schmezer, der sich um die Nachfolge von SRF-Direktor Ruedi Matter bewirbt, ist «erschüttert» vom Verlagerungsentscheid. «Eine schmerzhafte Erfahrung für einen Herzblut-SRGler», schrieb der Berner auf Twitter.

Für SVP-Präsident Albert Rösti erhält die Idee einer Halbierungsinitiative Aufwind. Die SRG habe mit Bern jene Region bestraft, die bei der No-Billag-Initiative am treusten hinter ihr gestanden sei. «Die SRG braucht offensichtlich eine Halbierungsinitiative.»

Linke befürchten genau dies: dass die SRG-Spitze den Boden für eine Initiative zur Halbierung der Gebührengelder bereitet. Die SRG-Spitze riskiere, dass bei einer nächsten SRG-Abstimmung die Unterstützung jener Regionen fehle, die sich bei No Billag für die SRG eingesetzt hätten, so Aebischer.

Die SRG-Genossenschaft Bern Freiburg Wallis erörterte am Donnerstag mögliche Konsequenzen, die bis zum Austritt aus der SRG reichen. Vorerst ging es um eine Auslegeordnung.

br

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