Puff-Ärger in Worblaufen

Aus der alten Postfiliale in Worblaufen hätte ein Bordell werden sollen. Das trieb Anwohner und Gemeinde auf die Barrikaden. Nun ist das Vorhaben bereits wieder Geschichte.

In der alten Postfiliale in Worblaufen war das Bordell geplant. Aber daraus wird jetzt nichts.

In der alten Postfiliale in Worblaufen war das Bordell geplant. Aber daraus wird jetzt nichts. Bild: google streetview

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Im ganzen Kanton schliessen die Postfilialen. Was soll aus all diesen leeren Gebäuden werden? Sex-Unternehmerin Nadja B. hatte da eine Idee. In Worblaufen, mitten in einem Wohnquartier, wollte sie aus der alten Post ein Puff machen. Das entsprechende Baugesuch reichte sie letzte Woche ein.

Dieses Gesuch rief anfangs Woche «Tele Bärn» auf den Plan. Sie fragte bei Gemeinde und Anwohnern nach, wie die neuen Pläne im Quartier so ankommen. Erwartungsgemäss war die Freude bescheiden. «Unfassbar», «Ich bin entsetzt», «Katastrophe» – die Reaktionen waren einhellig. Gemeindepräsident Marco Rupp (BVI) sprach Klartext: «Wir werden alles daran setzen, dass wir diese Gewerbe verhindern können.»

«Der Druck wurde zu gross»

Dass es für Bordellbetriebe irgendwo einen Platz geben muss, bestritten zwar die wenigsten. Aber doch bitte nicht hier im Wohnquartier, wo in der Nähe sogar noch ein Kindergarten beheimatet ist. Man befürchtete Lärm, Drogen, Abfallemissionen. Dass der Betrieb nur bis 23 Uhr geöffnet sein sollte und ohne die branchentypischen roten Lichter auskommen wollte, mochte die Gemüter auch nicht beruhigen.

Im Gegenteil. Als «20 Minuten» einen Tag später ein weiteres Mal nachfragte, hatte sich die Stimmungslage im Quartier über Nacht nochmals verschärft. Jetzt drohten einzelne Anwohner nicht nur mit Einsprachen sondern auch mit Gewehrschüssen, Wurfgegenständen und bösen Blicken für die Sex-Arbeiterinnen.

Das war für Nadia B. zu viel des Guten. «Der Druck wurde zu gross, ich ziehe das Gesuch nun wieder zurück», sagte sie gegenüber «20 Minuten». Unter diesen Umständen könne sie die Diskretion der Kundschaft nicht mehr gewährleisten.

Das rege Kommen und Gehen im Quartier konnte also vorerst verhindert werden. Was aus der alten Post künftig werden soll, ist nach wie vor unklar. (qsc)

Erstellt: 06.04.2018, 10:56 Uhr

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