Psychiatrie-Direktor: «Ich bin gerne bereit, mich zu entschuldigen»

Ittigen

Der Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universitären Psychiatrischen Dienste äussert sich zu den Vorwürfen und zum Gutachten.

Herr Felder, ein externes Gutachten zeigt, dass gravierende Fehler passierten. Werden Sie sich bei den Betroffenen entschuldigen? Ich bin gerne bereit, mich zu entschuldigen, aber nur in einem persönlichen Gespräch. Das haben die beiden ehemaligen Patienten bis jetzt aber leider abgelehnt. Sie werden jetzt zusammen mit ihrem Anwalt entscheiden müssen, ob und wie sie weitermachen wollen.

Müssen Sie mit einem Strafverfahren rechnen? Das ist schwer zu beurteilen. Es kann zu einem Haftpflicht- oder Strafverfahren kommen.

Untersagten Sie den ehemaligen Patienten, mit detaillierten Aussagen aus dem Gutachten an die Öffentlichkeit zu gehen? Das können wir gar nicht tun. Wir verabredeten, dass keine Informationen über Betroffene und deren Familien nach aussen dringen.

Was sagen Sie heute zur Anwendung des umstrittenen Neuroleptikums Zyprexa bei Kindern und Jugendlichen? Es wird auch heute noch angewendet. Bei solchen und ähnlichen Medikamenten wurden Tests in verschiedenen Altersgruppen gemacht. Bei 12-Jährigen wurde es nicht getestet und deshalb im sogenannten Off-Label-Use verabreicht. Im Gutachten wirft man uns jetzt vor, wir hätten zu wenig über Wirkungen und Nebenwirkungen informiert, wie etwa über exzessive Gewichtszunahme.

Haben Sie heute eine neue Sicht der Dinge von damals? Rückblickend müssen wir die Vorwürfe akzeptieren.

Müssen? Tun Sie es auch? Ja, aufgrund der Begründungen im Gutachten müssen wir das tun.

Berner Zeitung

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