Protest gegen Umzug nach Ittigen

Bern

Am Freitag wurde eine Gruppe von Asylsuchenden vom Hochfeld in die Unterkunft Eyfeld in Ittigen gebracht. Die Asylsuchenden sind mit der neuen Anlage unglücklich. Sie kamen nach Bern zurück und protestierten.

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Eigentlich hätte am Freitag eine Gruppe von Asylsuchenden aus der Unterkunft Hochfeld in die Anlage Eyfeld in Ittigen zügeln sollen. Doch die Asylsuchenden weigerten sich, am neuen Ort einzuziehen. Mitsamt Gepäck reisten sie wieder zurück in die Berner Länggasse.

In einem Sitzstreik äusserten sie dort ihren Unmut über den Zustand der Unterkunft in Ittigen. Vor der Rampe, die in die unterirdische Anlage führt, hatten sie ihre Koffer und Taschen aufgehäuft.

«Zumutbare Unterkünfte»

In Ittigen gefalle es den Asylsuchenden nicht. Dort habe es keine Fenster, seien zu viele Personen untergebracht und man könne in der Anlage kaum atmen, bemängelte ein Asylsuchender, der sich am Freitagnachmittag bei der Unterkunft in der Berner Länggasse aufhielt.

Iris Rivas, Leiterin des kantonalen Migrationsdienstes, der für die Unterbringung der Asylsuchenden im Kanton Bern zuständig ist, entgegnete: «Den Personen im Asylverfahren werden zumutbare Unterkünfte zugewiesen.» Sie ging am Freitag davon aus, dass die Asylsuchenden bis am Abend wieder in die Asylunterkunft in Ittigen zurückkehren würden.

In der Anlage Hochfeld in Bern hatten sich bis vor kurzem zu viele Asylsuchende aufgehalten. Die Brandschutzrichtlinien würden maximal 100 Personen zulassen, dennoch wohnten in der Unterkunft Ende September sogar bis zu 171 Asylsuchende gleichzeitig.

Erst nachdem eine Studie der Gebäudeversicherung Bern im Auftrag der Stadt nochmals aufgezeigt hatte, dass die Bestimmungen betreffend Brandschutz nicht eingehalten würden, reagierte der Kanton und liess die überzähligen 60 Asylsuchende nach Ittigen bringen.

Kritik am Taggeld

Vor Ort wurde von mehreren Asylsuchenden kritisiert, dass ihnen kein Taggeld ausbezahlt worden sei. Dieses würden sie jeweils am Freitag erhalten. Iris Rivas gab sich in ihrer schriftlichen Antwort indes zugeknöpft.

Generell würden Personen ihre Tagessätze in den ihnen zugewiesenen Unterkünften ausbezahlt erhalten, teilte sie mit. In diesem Fall sei dies die Kollektivunterkunft Eyfeld in Ittigen. Ob den Asylsuchenden Geld ausbezahlt wurde oder nicht, liess Rivas in ihrer Antwort allerdings offen.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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