Protest gegen «Hochfeldbunker»

Bern

Rund 20 Aktivisten demonstrierten gestern vor dem Erlacherhof gegen die Notunterkunft für Asylsuchende im Hochfeld. Die Stadt solle ernsthaft eine Alternative suchen, verlangen sie.

Der Erlacherhof als Bunker: Aktivisten verdunkelten gestern das Erdgeschoss des Regierunsgebäudes mit Kehrichtsäcken.<p class='credit'>(Bild: Stefan Anderegg)</p>

Der Erlacherhof als Bunker: Aktivisten verdunkelten gestern das Erdgeschoss des Regierunsgebäudes mit Kehrichtsäcken.

(Bild: Stefan Anderegg)

Am Mittwochvormittag störten rund 20 Personen die majestätische Ruhe, die der Erlacherhof ausstrahlt. Die Aktivisten des Bleiberechtkollektivs und der Berner Guerillatheatergruppe Ojo nahmen die Sitzung des Gemeinderats zum Anlass, den Erlacherhof «einzubunkern». Damit sollte der Stadtregierung aufgezeigt werden, wie lärmig und dunkel das Leben in einem Bunker sei. In Bauarbeiterkleidern verhängten die Aktivisten die Fenster im Erdgeschoss mit Kehrichtsäcken und protestierten friedlich mit Musik und Transparenten gegen den «Hochfeldbunker».

In der unterirdischen Zivilschutzanlage im Hochfeld werden seit Anfang 2012 bis zu 160 Asylsuchende untergebracht. Gleich lang halten die Proteste gegen die Notunterkunft an, die ursprünglich auf eine Betriebsdauer von sechs Monaten angelegt war. Zuletzt forderten die GB/JA- und die SP-Fraktion mit der Alternativen Linken (AL) in einer Motion, «kein Dauerprovisorium» zuzulassen.

Gelegentlich waren gestern hinter den Fenstern städtische Angestellte zu sehen, es trat jedoch niemand offiziell in einen Dialog mit den Aktivisten. Auf Anfrage verwies Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) auf eine Antwort des Gemeinderats von letztem Juli. «Eine oberirdische Anlage von der Grösse des Hochfelds existiert in der Stadt Bern nicht», hiess es damals. «Daran hat sich nichts geändert», sagte Tschäppät gestern und bezeichnete die Zivilschutzanlage im Hochfeld als Notlösung. «Wenn es eine Alternative gäbe, würden wir sie zur Verfügung stellen.»

hae/BZ

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