Polosophisches Plauderstündchen

Bern

Er ist quasi der Schutzpatron aller Stammtische: Die Mundartrock-Legende Polo Hofer plauderte am BZ-Stand gestern über Musik, Bob Dylan, AKW-Camps und Flöhe.

Die Lacher auf seiner Seite: Trotz guter Laune erstickte Polo Hofer am BZ-Stammtisch die Idee eines BEA-Songs im Keim.

Die Lacher auf seiner Seite: Trotz guter Laune erstickte Polo Hofer am BZ-Stammtisch die Idee eines BEA-Songs im Keim.

(Bild: Urs Baumann)

Johannes Hofstetter

Bestens gelaunt, zu allen verbalen Schandtaten bereit und mit grossem Appetit auf das Zvieriplättli nimmt Polo Hofer am Stammtisch am BZ-Stand an der BEA Platz.

Zum Einstieg macht der Stargast, der von A wie den «Alperose» bis Z wie dem «Zigünerhärz» schon alles besungen hat, was es zu besingen gibt, klar, dass er nie einen BEA-Song veröffentlichen werde. Schliesslich habe er mit dem «Warehus Blues» schon 1974 gegen den Konsumwahn gewettert, sagt Hofer.

Auch mit den heutigen Kommunikationsmitteln könne er wenig anfangen. «Ich benutze weder einen Computer noch ein iPhone.» Das Internet, fügte Hofer an, sei mitschuld daran, dass sich in den Städten kaum mehr lebendige Szenen entwickeln. «Die Leute können ja alles zu Hause konsumieren. Da geht jede Kreativität verloren.»

Trifft Hofer auf Dylan?

Er selber könne sich nicht über mangelnde Kreativität beklagen, sagte Polo Hofer. Im Moment sei er im Studio, um seine CD mit Liedern von Bob Dylan fertigzustellen, die er in mühevoller Detailarbeit ins Berndeutsche übersetzt habe.

Ob er Dylan die CD an dessen Konzert übergeben könne, sei unklar: «In derselben Zeit, in der Dylan in Sursee auftritt, bin ich selber für einen Auftritt gebucht.»

Nur über Musikalisches diskutiert die Runde nicht. «Natürlich», sagt Hofer auf eine Frage, würden ihm all die Kriege und Krisen auf dem Erdball zu denken geben. Nur: «Jede Generation macht dieselben Fehler wie die vorherige.»

Das Anti-AKW-Camp in Bern habe er «aus dem Taxi gesehen». Auch das sei nichts Neues: «Wir haben damals mit einem Camp gegen das AKW Kaiseraugst protestiert.» Eine Bewegung wie die 68er gebe es wohl nie wieder, denn «damals hatten die Jungen das Sagen. Heute bestimmen die Alten».

Dass Musiker Menschen zum Umdenken anregen können, glaubt Polo Hofer nicht: «Wir können ihnen nur ab und zu einen Floh ins Ohr setzen.» jhoDie Stammtisch-Diskussion im BZ-Café in der Halle 4.1 findet täglich (15–16 Uhr) statt. Gast heute Freitag: SCL-Tigers-Geschäftsführer Ruedi Zesiger. Morgen Samstag: Bidu Zaugg, Ex-YB-Trainer und Nationaltrainer Liechtenstein. Am Sonntag: BDP-Regierungsrätin Beatrice Simon. Solange Plätze frei sind, können Sie sich gerne dazusetzen.

Berner Zeitung

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