Schwarzenburg

Polizei stürmte Industrie-Hanffeld

SchwarzenburgAm Dienstagmorgen führte die Polizei auf der Hanfplantage von Bauer Ernst Spycher in Schwarzenburg eine Razzia durch und wälzte das ganze Feld platt. Seiner Frau setzte die Polizeiaktion übel zu.

Video: TeleBärn

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Bauer Hans Spycher ist entsetzt: Mit einem Grossaufgebot ist die Polizei am Dienstagmorgen unerwartet auf seinem Hof eingefahren und wälzte das vor dem Haus angelegte Hanf-Feld vollständig platt.

Grund für die Razzia war das seit acht Jahren bestehende Hanf-Feld, welches Spycher für den Anbau von Industrie-Hanf bewirtschaftet. Der Vertrag über den legalen Anbau liege der Polizei vor, weshalb es die letzten acht Jahre auch nie Probleme gegeben hätte, kommentierte Spycher gegenüber TeleBärn. Es gäbe jedoch seit kurzem ein neues Gesetz über den THC-Gehalt der Cannabis-Pflanze: neuerdings dürfe das Hanf beim Anbau nur noch einen THC-Gehalt von unter 1,0 haben. Seine Pflanzen, die jedoch Anfang Jahr angebaut wurden, weisen einen Gehalt von 1,7 auf.

Kontakt zur schwer kranken Frau verweigert

Während Spycher im Haus zum Telefon griff um Hilfe zu holen, stürmte die Polizei das Haus und überwältigte ihn. Seine Frau, erschrocken durch das Geschehen, erlitt schwere Herzprobleme und musste umgehend ins nächste Spital gebracht werden, wo sie gegen einen Herzinfarkt kämpfte.

Spycher bekam vom Zustand seiner Frau nichts mehr mit. In der Untersuchungshaft im Gefängnis wurde ihm jegliche Kontaktaufnahme zu seiner Frau verwehrt.

Der zuständige Staatsanwalt Peter Müller erklärte gegenüber TeleBärn, dass während einer Untersuchungshaft generell ein Verbot der Kontaktaufnahme in die Aussenwelt bestünde und nur im Notfall telefoniert werden dürfe. Ein solcher Notfall hätte in diesem Fall jedoch nicht bestanden.

Zum Ablauf des Einsatzes nahm Müller am Freitag noch einmal Stellung. Die Polizei nehme vor jedem Einsatz eine Lagebeurteilung vor, teilte der Staatsanwalt gegenüber der «BZ Berner Zeitung» schriftlich mit. Gestützt darauf werde das konkrete Vorgehen festgelegt. «Nebst Aspekten der eigenen Sicherheit und der Sicherheit von Dritten ist bei Hanffeldern auch zu berücksichtigen, dass die faktische Sicherstellung mit einem grossen Arbeitsaufwand verbunden ist. Entsprechend müssen genügend Einsatzkräfte vorgesehen werden», so Müller. (yab/TeleBärn)

Erstellt: 26.08.2011, 09:41 Uhr

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