Pastasauce aus etwas anderen Tomaten

Bern

Aus nicht verwerteten Produkten entstehen gekochte Leckereien: Das ist die Idee hinter dem Berner Projekt «Trüffelschwein». Die Initianten suchen Leute, die mithelfen – vor allem in der Küche.

So entstand die Tomatensauce von «Trüffelschwein».

So entstand die Tomatensauce von «Trüffelschwein».

(Bild: zvg)

Sandra Rutschi

Das Non-Profit-Projekt «Trüffelschwein» nimmt sich dem Food-Waste auf einer frühen Stufe der Handelskette an: Die Initianten Roger Ambühl und Tobias Weyermann sammeln Gemüse ausserhalb der Norm bei Produzenten und Händlern ein und kochen daraus selber Produkte. Der Name «Trüffelschwein» spielt auf die Suche nach etwas Wertvollem in einer ungeahnten Umgebung an. Es begann im letzten Herbst mit einer Pastasauce aus 50 Kilogramm Tomaten zweiter Klasse, die ihnen Gutknecht Gemüse in Ried bei Kerzers zur Verfügung stellte. Er konnte die Tomaten nicht im Handel verkaufen, weil diese kleine Fehler an der Oberfläche hatten.

120 Gläser mit Tomatensauce stellten Ambühl und Weyermann in Handarbeit aus diesen Tomaten her. Die Gläser verkauften sie an einem Samstag in der Metzgerei Hulliger in Bern und an einem zweiten Samstag am Markt auf dem Neuhausplatz in Köniz.

Dabei sensibilisierten die beiden Männer ihre Kunden und die Leute, die zum Degustieren kamen, für das Thema Food-Waste. «Die Tomatensauce war ein voller Erfolg», freut sich Roger Ambühl. «Die Passanten hörten uns zu und hatten Freude an unserem Projekt. Food-Waste beschäftigt die Leute.»

Köche sind gesucht

Die beiden Initianten engagieren sich nebenberuflich für ihr Projekt und merken mittlerweile, dass sie zeitlich und auch punkto Know-how an ihre Grenzen stossen. Erfahrungen mit einer mässig gelungenen Rüeblisuppe haben gezeigt, dass sie nicht alle Produkte selber fabrizieren können und in diesem Bereich professionelle Unterstützung benötigen. «Der Aufwand, ständig alles selber zu kochen, ist zu gross», sagt Ambühl.

Die Organisation des «Trüffelschweins» ist deshalb die nächste grosse Frage, welche Roger Ambühl und Tobias Weyermann zu klären haben. Die Kontakte zu Gemüsebauern, die ihre Waren zur Verfügung stellen würden, bestehen. Nun suchen die Initianten Leute, die Erfahrung im Kochen haben oder professionelle Köche sind und die Produkte für sie herstellen würden. Sie stellen sich kleine, regionale Produzenten sowie Privatleute vor, welche auch die Idee hinter «Trüffelschwein» mittragen.

Berner Zeitung

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