Bern

Occupy Bern besetzt den Bundesplatz

BernDie «Occupy the Planet»-Bewegung hat sich nach Protesten an der Wall Street in New York auf die ganze Welt ausgedehnt. Nun kommt sie auch nach Bern. Noch unklar ist, ob die Aktivisten ein Protestcamp aufstellen werden.

Am Samstag wird der Berner Bundesplatz von der «Occupy the Planet»-Bewegung besetzt.

Am Samstag wird der Berner Bundesplatz von der «Occupy the Planet»-Bewegung besetzt. Bild: Walter Pfäffli

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Zwischen 14 und 18 Uhr wird morgen der Bundesplatz belegt. Hinter der Aktion steht die «Occupy the Planet»-Bewegung, die weltweit gegen Banken und das Wirtschaftssystem protestiert und nun auf die Schweiz übergeschwappt ist. Während am letzten Wochenende rund tausend Aktivisten den Paradeplatz in Zürich besetzten, kamen nur rund 50 Protestierende nach Bern. Dies soll sich morgen Samstag ändern: «Wir erwarten ungefähr 200 bis 300 Leute», sagte Heino Fankhauser, Aktivist von Occupy Bern. Eine Bewilligung hat die Bewegung dafür nicht eingeholt. «Es ist gesetzlich nicht verankert, dass Demonstrationen eine Bewilligung benötigen», so Fankhauser. «In der Bundesverfassung wurde das Versammlungsrecht ausdrücklich festgehalten.» Auch die Zürcher Gruppe plant eine grössere Kundgebung.

Konstruktiv und friedlich

Acht Aktivisten von Occupy Bern haben gestern das Gespräch mit Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) gesucht. Für den Samstag war ursprünglich ein Picknick vor der Heiliggeistkirche mit anschliessender Kundgebung geplant. Die Stadt Bern hat der Bewegung stattdessen nun den Bundesplatz zwischen 14 und 18 Uhr offeriert. «Nachher ist aber Schluss», sagte Nause auf Anfrage. Die Gespräche mit der Gruppierung seien «konstruktiv» gewesen. Dass die Bewegung sich dazu bekenne, friedlich und ohne Gewalt ihre Aktion abzuhalten, lobte Nause ebenfalls. Trotz aller Kulanz betont der Sicherheitsdirektor: «Ich habe ihnen gesagt, dass ein Zeltlager nicht möglich ist.» Es liege nicht an ihm, das Anliegen von Occupy Bern politisch zu kommentieren, so Nause weiter. «Ein gewisses Verständnis ist aber da, sonst hätte die Stadt das Angebot nicht gemacht.»

Ob und wie Occupy Bern nach der samstäglichen Kundgebung in Bern aktiv sein wird, kann Heino Fankhauser noch nicht sagen. Längerfristig sei die Idee schon, dass man an einem Ort bleibe, so der parteilose Nationalratskandidat. Da Entscheidungen in der Bewegung basisdemokratisch gefällt würden, müsse man diesen Punkt noch in der Gruppe ausdiskutieren. «Sicher ist nur, dass wir friedlich bleiben und keinen Zoff wollen.»

Das letzte Zeltlager in der Stadt Bern war dasjenige der Anti-AKW-Bewegung auf dem Viktoriaplatz. Es wurde im Juni geräumt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 21.10.2011, 07:10 Uhr

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