Bern

No-WEF-Demo: Nause hält sich bedeckt

BernMit der Ankündigung des Besuchs von Donald Trump erhält der Protest gegen das WEF eine neue Dynamik. Ob die Demo am Samstag toleriert wird, lässt Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause offen.

Am 13. Januar organisiert die Revolutionäre Jugendgruppe in Bern eine Anti-WEF-Demo.

Am 13. Januar organisiert die Revolutionäre Jugendgruppe in Bern eine Anti-WEF-Demo. Bild: Jürg Spori

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«Für eine gemeinsame Zukunft in einer zersplitterten Welt» ist das Thema des diesjährigen World Economic Forums (WEF), welches Ende Januar in Davos stattfinden wird. Zu den Teilnehmern gehört auch Donald Trump.

Die Teilnahme des US-Präsidenten am WEF spült Wasser auf die Mühlen der Revolutionären Jugendgruppe (RJG), welche am kommenden Samstag in Bern eine Anti-WEF-Demo organisiert.

Während die einst berüchtigten Anti-WEF-Demos in den letzten Jahren beschränkte Resonanz hatten oder gar nicht mehr stattfanden, löste die Trump-News am Dienstagabend und am Mittwoch auf den Sozialen Medien einige Dynamik aus.

Auf Facebook ruft die RJG nach Bekanntwerden von Trumps Besuch zur Teilnahme an der Demo auf: «Wer noch einen Grund sucht... An die Demo gegen das WEF».

Es sei durchaus denkbar, dass es durch Trumps Teilnahme am WEF zu einer grösseren Teilnehmerzahl bei einer Kundgebung in der Stadt Bern kommen könne, wird Christoph Gnägi, Pressesprecher der Kantonspolizei Bern, im «Bund» zitiert.

Auch Juso-Präsidentin Tamara Funiciello steckt mitten in den Vorbereitungen für eine Anti-WEF-Aktion. Auf Twitter gibt sie sich kämpferisch:

Wie der «Blick» schreibt, entscheidet die Juso an einer Sitzung am Mittwochabend, welche Protestform gegen die Teilnahme Trumps am WEF sie wählt.

Nause hält sich bedeckt

Für die Demonstration am Samstag liegt kein Gesuch vor. «Also kann sie auch nicht bewilligt werden», sagt Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP). Der Gemeinderat habe sich an seiner Sitzung vom Mittwoch über das Thema ausgetauscht, und auch die Polizei habe seit längerer Zeit Kenntnis von der geplanten Demonstration. «Ein entsprechendes Dispositiv ist bereitgestellt», so Nause.

Besammlung der Demonstration ist um 15 Uhr beim Käfigturm. Auf den Hinweis, dass im Oktober zwei antifaschistische Spaziergänge von der Polizei unter anderem deshalb im Keim erstickt wurden, weil sie mitten im Samstagsrummel und mitten in der Stadt hätten beginnen sollen – ebenfalls beim Käfigturm, damals um 13 Uhr – geht Nause nicht näher ein.

«Wir äussern uns nicht zur Einsatztaktik», sagt er bloss. Und: «Ich sage nicht, ob wir die Demonstration am Samstag laufen lassen oder nicht.» Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin müsse wissen, dass die Demonstration unbewilligt sei. «Das bedeutet immer ein höheres Sicherheitsrisiko.»

Einen Hinweis darauf, dass die Demonstration toleriert werden könnte, liefert Nause mit einer anderen Einschätzung: «Wir gehen von einer massiven Behinderung des Öffentlichen Verkehrs aus», sagt er. Bei den verhinderten Demonstrationen im Oktober war der ÖV kaum tangiert. (flo/hae)

Erstellt: 10.01.2018, 16:41 Uhr

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