Bern

Neues Zentrum für den Mattenhof

BernNach dem Wegzug der Grossmetzgerei Meinen soll das Areal im Berner Mattenhof zu einem neuen Zentrum fürs Quartier umgestaltet werden. Geplant sind zweihundert Wohnungen und Einkaufsmöglichkeiten.

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Zweihundert Wohnungen, Läden und Platz für Dienstleistungsbetriebe: So soll das heutige Meinen-Areal im Berner Mattenhofquartier aussehen, wenn die Grossmetzgerei weggezogen ist. Meinen hat das Areal vor vier Jahren der Personalvorsorgestiftung der Ärzte und Tierärzte (PAT) verkauft. Am Montag orientierte die PAT über ihre Pläne für die heutige Gewerbe- und Industriezone.

Vor allem kleinere Mietwohnungen

Priorität habe der Bau von neuem Wohnraum, sagte Walter Nellen, Vertreter der Bauherrin PAT. Der grösste Teil der rund zweihundert geplanten Wohnungen – Nellen sprach von 85 Prozent – wären zweieinhalb bis dreieinhalb Zimmer gross. «Kleinhaushalte» sind das Zielpublikum. Vorgesehen sind ausschliesslich Mietwohnungen, ein Drittel davon im preisgünstigen Segment, wie dies die letztes Jahr vom Volk angenommene Wohninitiative verlangt.

In Stein gemeisselt sind die Pläne allerdings noch nicht. Für die Überbauung des Meinen-Areals ist in jedem Fall eine Volksabstimmung nötig, weil das Gelände umgezont werden muss. Weil die Losung auch in diesem Teil der Stadt Verdichtung heisst, sollen in der neuen Wohn- und Gewerbezone bis zu acht Geschosse erlaubt sein.

Mehr Geschosse, aber keine Hochhäuser

Berns Stadtplaner Mark Werren lobte gestern das «vorbildliche» Vorgehen der Bauherrschaft. Die PAT hatte sich entschieden, gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt einen Studienauftrag auszuschreiben und so zu einem Vorprojekt zu gelangen. Acht Architektenteams beteiligten sich. Geprüft wurden verschiedene Möglichkeiten, das Meinen-Areal neu zu gestalten.

Auch Hochhäuser seien ein Thema gewesen, sagte Stadtplaner Werren. Die Fachjury sei aber zum Schluss gekommen, dass weniger hohe Gebäude sich besser für die geplante Nutzung eignen würden und mehr Lebensqualität böten. Sieger des Wettbewerbs wurde schliesslich eine Planergemeinschaft um das Berner Architekturbüro GWJ. Auf dieser Grundlage werde nun ein Bauprojekt ausgearbeitet, erklärte Nellen.

Mehr Möglichkeiten zum Einkaufen

Das Meinen-Areal soll nicht nur zusätzlichen Wohnraum für den Mattenhof generieren, sondern zu einem neuen, kleinen Quartierzentrum werden. «Es wird sicher zusätzliche Einkaufsmöglichkeiten geben», sagte Nellen. Auch Restaurants, Cafés oder Dienstleistungsanbieter wären willkommen. Wahrscheinlich einziehen werde ein Grossverteiler mit einer «kleinen» Filiale. Dass auf den Plänen die Migros genannt werde, sei allerdings vorerst nur ein Beispiel, betonte Nellen. Noch sei es zu früh für konkrete Namen. Insgesamt sind 3000 Quadratmeter für Dienstleistungsangebote vorgesehen.

Der Mix auf dem Meinen-Areal war auch im Stadtrat bereits ein Thema. Die SP hatte verlangt, dass das Areal zu 90 Prozent fürs Wohnen und nur zu 10 Prozent für Gewerbe genutzt werden solle. Zudem sei vor allem günstiger Wohnraum zu schaffen. Die Mehrheit des Stadtrats hatte es allerdings abgelehnt, die privaten Planer allzu stark einzuschränken. Auch Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) hatte betont, dass es wichtig sei, im Mattenhof nicht nur Wohnraum, sondern auch neue Einkaufsmöglichkeiten zu schaffen.

Volksabstimmung wohl im Jahr 2017

Gemäss Vertrag würde die Metzgerei Meinen im Jahr 2017 ausziehen. Frühestens in diesem Jahr sei auch die Volksabstimmung realistisch, nimmt Stadtplaner Werren an. Läuft alles nach Plan, könnten die ersten Wohnungen im Jahr 2019 oder 2020 bezugsbereit sein.

Im Kirchgemeindehaus Steigerhubel sind die Projekte des Studienauftrags bis am 6. Februar ausgestellt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 27.01.2015, 08:11 Uhr

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